Zuhörer fassungslos

"Liebenswert" – Rudle schockt mit Gunkl-Ansage im ORF

Ein eigentlich amikaler Talk in der Morgenshow auf Radio Niederösterreich mit Kabarettist Gerold Rudle nahm am Donnerstag eine bizarre Wende.
Newsdesk Heute
17.09.2026, 16:12
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"Kotzbrocken" – diesen Titel hat Gerold Rudle (63) für sein Erstlingswerk als Romanautor gewählt. Auf seinen eigenen Bühnen-Erfahrungen aufbauend schreibt er darin über einen fast gleich alten Kabarettisten, der nach immer und immer mehr Liebe giert, ohne selbst welche zu geben.

"Natürlich hat das gar nichts mit dem auf uns allen lastenden Fall eines Kabarettisten zu tun", konstatierte Rudle plötzlich, ohne auf die Missbrauchsanklage gegen Günther Paal angesprochen worden zu sein. Was dann folgte, war ein Wortschwall, der viele der ORF-Zuhörer zutiefst irritierte und schockierte.

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"Monster in uns"

Der im Wienerwald wohnhafte Künstler brach eine Lanze für Gunkl: "Ich kenne Günther Paal persönlich als einen reflektierten, sehr gscheiten und liebenswerten Menschen." Dessen Taten seien zwar "absolut unverzeihlich", er glaube jedoch, "dass wir da alle weniger verurteilen sollten".

Denn, so Rudles These: "In uns allen schlummert offensichtlich irgendwo ein Monster". Ein jeder Mensch müsse "höllisch aufpassen", dieses nicht zu wecken.

"Weil der Gunkl ist ein ganz liebenswerter Kollege...", bekräftige der 63-Jährige erneut und zog einen bizarren Vergleich: "...und die vielen Fälle, die man kennt aus Marchtrenk, Gisèle Pélicot – alles eigentlich geschätzte, liebenswerte Männer. Und dann kommen solche Furchtbarkeiten zutage."

Du oder jemand, den du kennst, benötigt Hilfe in Bezug auf psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt?
Hier findest du sie:
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Gewaltschutzzentren: +43 1 585 32 88
Weißer Ring: 0800 112 112
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)

Die Reaktionen der Zuhörer sind eindeutig: "Um Gottes Willen!", "Geht's noch?!", "Ich würde mich eher distanzieren", "Wann wird mal das Opfer erwähnt?", ist in den sozialen Netzwerken zu lesen. Zahlreiche verärgerte Menschen kritisierten das ORF-Radio Niederösterreich scharf, vor allem, weil das Interview nach einigen Musik-Unterbrechungen weitergeführt wurde, als wäre nichts gewesen. "Die müssten eigentlich sofort die Reißleine ziehen", findet ein User.

Der Fall Gunkl

Gegen Günther "Gunkl" Paal liegt seit Mittwoch eine noch nicht rechtskräftige Missbrauchsanklage vor. Seitens des 64-Jährigen soll es zu einem "einmaligen Übergriff" sexueller Art gegen ein unmündiges Kind gekommen sein. Zusätzlich wurden auf einem Computer fast eintausend Dateien mit "sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial" gefunden.

Der Fall war nach einer Selbstanzeige Paals ins Rollen gekommen, weil er von Mutter und Großmutter des Kindes nach der Tat erpresst worden sein soll. Über Monate hinweg sollen die zwei Slowakinnen so fast 190.000 Euro erbeutet haben. Beide wurden im Juli in Wien festgenommen. Paal erklärte in einem Video-Statement, jede Strafe "unwidersprochen hinnehmen". Der entsprechende Beitrag ist inzwischen jedoch wieder von seiner Facebook-Seite verschwunden. Laut seinem Anwalt will Gunkl "die volle Verantwortung übernehmen" und "nichts beschönigen".

Der Fall Marchtrenk

Immer noch kommen im Fall der getöteten 39-Jährigen aus Marchtrenk neuen Details ans Licht. In der Nacht vom 25. auf den 26. Juni soll der 51-Jährige seine mit knapp vier Promille schwer alkoholisierte Ehefrau massiv sexuell missbraucht haben. Die Frau erlitt schwerste Verletzungen im Bauch- und Genitalbereich und verblutete. Sechs Tage später wurde ihr Ehemann festgenommen, seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Auch ein weiterer 51-Jähriger aus der Nachbarschaft befindet sich mittlerweile in Haft. Er soll sich kurz vor der Tat gemeinsam mit dem Ehemann an der Frau vergangen haben. Die Chatnachrichten zwischen den beiden Verdächtigen erschüttern. Sie seien "derart widerwärtig, dass es einem den Magen umdreht", urteilte selbst Armin Wolf mitten in der ZIB2 am 9. September.

Der Fall Pélicot

Es war ein Mammutprozess um jahrelange Vergewaltigung mit 51 Angeklagten in Südfrankreich. Am Ende wurde der "Teufel von Avignon", Dominique Pélicot, wurde in allen Punkten schuldig gesprochen. Der damals 72-Jährige hatte seine Frau Gisèle immer wieder unter Drogen gesetzt, betäubt und anderen Männern zur Vergewaltigung angeboten.

Die Polizei kam Pélicot im September 2020 auf die Spur, als ihn ein Sicherheitsbeamter eines Supermarkts dabei erwischte, wie er heimlich unter die Röcke von Frauen filmte.

red,17.09.2026, 16:12
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