Ein erschütternder Missbrauchsprozess hat am Wiener Landesgericht für Aufsehen gesorgt: Ein 52-Jähriger wurde wegen schwerer Vorwürfe verurteilt.
Der Mann soll am 3. Juli 2025 vor seiner Wohnhausanlage Kinder beim Spielen beobachtet haben. Laut Anklage lockte er ein sechsjähriges Nachbarsmädchen mit Süßigkeiten ins Haus und drängte es in seine Wohnung. "Er hat das Mädchen mit einem Lollipop gelockt und dann in seine Wohnung geschoben", schilderte die Staatsanwältin.
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In der Wohnung soll das Mädchen dem Angeklagten schutzlos ausgeliefert gewesen sein. Laut Anklage kam es am Bett zu einer dem Beischlaf gleichzusetzenden Handlung, zudem wurden eindeutige DNA-Spuren im Intimbereich des Kindes festgestellt, berichtet die "Krone".
Seine erste Darstellung bei der Polizei wich davon deutlich ab. "Ich habe ihr nur die Hose gerichtet", sagte er damals. Auch vor Gericht versuchte er zunächst, den Vorfall anders darzustellen: "Sie ist freiwillig mitgegangen, weil sie mir mit den Sesseln helfen wollte. Sie hat gespielt und gelacht. Ich habe sie nur kurz berührt, als sie am Bett gestanden ist", bestritt er jegliche Gewalt.
Zudem erklärte er: "Ich habe ihr dann gesagt, dass sie verschwinden soll, damit nichts Schwerwiegendes passiert. Ich schwöre, so war es". Erst nach der Aussage des Kindes, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, legte er ein Geständnis ab.
Mit einer verstörenden Erklärung versuchte der Angeklagte sein Verhalten vor Gericht zu begründen. "Ich habe zuvor zehn Milligramm Testosteron genommen, fürs Fitnesscenter. Das ist leider sexuell anregend", ließ er über eine Dolmetscherin ausrichten. Vor seiner Festnahme hatte der Mann von Sozialleistungen gelebt.
Bei einer Hausdurchsuchung machten Ermittler zudem einen weiteren erschütternden Fund: Auf Geräten des 52-Jährigen wurden rund 6.000 Dateien mit Darstellungen von Kindesmissbrauch entdeckt. "Unmündige Mädchen, auch Babys", hielt die Richterin dazu fest. Der Verteidiger erklärte, sein Mandant sei pädophil und zu einer Therapie bereit.
Neben den schweren Vorwürfen stand noch ein weiterer Punkt auf der Anklage: In einem Park soll der Mann einem weiteren unmündigen Opfer einen Pornofilm auf seinem Handy gezeigt haben. Auch dazu zeigte er sich geständig. Das Urteil fiel rasch: Das Gericht verhängte eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren.