Tödlicher Lawinenabgang im Skigebiet Sonnenkopf: Ein 39-jähriger Snowboarder aus der Schweiz kam am Freitag ums Leben. Nun sorgt auch der Ablauf des Hubschraubereinsatzes für Diskussionen.
Der 39-Jährige war gegen 15:30 Uhr gemeinsam mit einem 47-jährigen Deutschen im Gemeindegebiet von Klösterle (Bezirk Bludenz) unterwegs. Beide waren mit Notfallausrüstung ausgestattet. Im Skigebiet Sonnenkopf fuhren sie von der Piste Nr. 9 ins freie Gelände ab.
In einem rund 40 Grad steilen Hang löste der Schweizer ein Schneebrett aus. Er wurde etwa 250 Meter mitgerissen und vollständig verschüttet. Sein Begleiter setzte sofort einen Notruf ab und begann mit der Suche mittels LVS-Gerät.
Wegen der erheblichen Lawinengefahr wurde der 47-Jährige vom Rettungshubschrauber "Gallus 2" unverletzt geborgen. Zeitgleich führte der ebenfalls alarmierte Polizeihubschrauber "Libelle Vorarlberg" einen Erkundungsflug durch.
Die Einsatzkräfte orteten den Verschütteten schließlich in einer Tiefe von 1,35 Metern und gruben ihn aus. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen konnte der 39-Jährige nicht mehr gerettet werden. Er verstarb noch an der Unfallstelle.
Für Verwunderung sorgte im Anschluss der Hubschraubereinsatz. Laut der "Krone" vorliegenden Flugzeiten landete der erste Hubschrauber rund 30 Minuten nach der Alarmierung beim Lawinenkegel. Wäre der am nächsten stationierte Helikopter eingesetzt worden, hätte dieser bereits wenige Minuten nach der Alarmierung vor Ort sein können.
Als Grund für die Verzögerung wird eine vom Land Vorarlberg im Dezember 2025 erlassene Verordnung über die Einsatzreihenfolge der vier im Bundesland verfügbaren Rettungshubschrauber genannt.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Flugrettung in Vorarlberg für Schlagzeilen sorgt. Bereits im März 2024 stand die Frage im Raum, ob von der zuständigen Leitstelle der Notarzthubschrauber "Robin 1" diskriminiert werde, berichtet "Austrian Wings". Im selben Monat äußerten Insider zudem die Sorge, dass eine womöglich "verzögerte Alarmierung" eines Notarzthubschraubers Menschenleben gefährdet haben könnte.