Die Übernahme von MediaMarkt und Saturn durch den chinesischen Handelsriesen JD.com hat eine entscheidende Hürde genommen. Die EU-Kommission hat am Dienstag (3. November) grünes Licht für den Kauf des deutschen Mutterkonzerns Ceconomy gegeben. Allerdings müssen sich die Unternehmen an umfangreiche Auflagen halten, die für zehn Jahre gelten.
Zuvor hatten die Brüsseler Wettbewerbshüter den geplanten Zusammenschluss eingehend untersucht. Dabei ging es vor allem um staatliche Förderungen aus China und die Frage, ob JD.com dadurch einen unfairen Wettbewerbsvorteil erhält.
Fazit der Brüsseler Experten: Laut EU-Kommission hat JD.com in China von günstigen Finanzierungen, Steuervergünstigungen und staatlichen Zuschüssen profitiert. Diese Förderungen könnten dem Konzern auch nach der Übernahme Vorteile gegenüber europäischen Konkurrenten verschaffen.
Besonders kritisch sieht die Behörde die Logistik und Technologie von JD.com. Durch die staatliche Unterstützung könnte der Konzern seine Kosten senken und gemeinsam mit MediaMarkt und Saturn besonders aggressive Preise anbieten.
Andere Händler könnten dadurch ins Hintertreffen geraten. Um diese Bedenken auszuräumen, musste JD.com umfangreiche Zugeständnisse machen.
Künftig müssen Geschäfte zwischen JD.com und Ceconomy zu marktüblichen Bedingungen erfolgen. Das gilt insbesondere für Finanzierungen, damit der chinesische Konzern seine europäische Tochter nicht durch besonders günstige Kredite bevorzugt.
Zudem muss JD.com seine Lager-, Logistik- und Technologiedienstleistungen auch konkurrierenden Händlern zu denselben Bedingungen anbieten wie MediaMarkt und Saturn.
Die Verpflichtungen gelten zehn Jahre lang. Ein unabhängiger Kontrolleur soll unter Aufsicht der EU-Kommission überprüfen, ob die Unternehmen sämtliche Zusagen einhalten.
Der Käufer ist einer der größten Handelskonzerne Chinas. JD.com beschäftigt weltweit rund 570.000 Menschen und ist neben dem Onlinehandel auch in der Logistik, Technologie und Gesundheitsbranche tätig. Seit März 2026 betreibt das Unternehmen in Deutschland den Onlineshop Joybuy.
Bereits im Sommer 2025 legte JD.com ein Übernahmeangebot für den Mutterkonzern Ceconomy vor und sicherte sich wenige Monate später die Aktienmehrheit. Das deutsche Bundeskartellamt genehmigte den Kauf schon im September 2025.
Die Entscheidung ist auch für Österreich von Bedeutung. MediaMarkt ist hierzulande mit mehr als 50 Filialen und einem Onlineshop samt Marktplatz die größte Elektronikfachmarktkette.
Bereits am 9. Oktober hat das österreichische Wirtschaftsministerium der Übernahme zugestimmt. Auch diese Genehmigung ist an strenge Auflagen geknüpft, unter anderem zum Schutz von Daten, Lieferketten und sicherheitsrelevanten Personalentscheidungen.