Funde sofort melden

Minister warnt – gefährlicher Käfer breitet sich aus

Erstmals wurde der Asiatische Eschenprachtkäfer in der EU entdeckt. Österreich verschärft die Überwachung und bereitet sich auf den Ernstfall vor.
Team Wirtschaft
16.07.2026, 16:49
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Ein winziger Käfer sorgt jetzt für große Sorge. Der Asiatische Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis) ist erstmals innerhalb der Europäischen Union nachgewiesen worden. Funde in Ungarn und der Slowakei lassen auch in Österreich die Alarmglocken läuten. Agrarminister Norbert Totschnig sieht Handlungsbedarf.

Alarmierende Entwicklung

"Der Fund des Asiatischen Eschenprachtkäfers in unseren Nachbarländern Ungarn und der Slowakei macht deutlich, wie wichtig eine frühzeitige Überwachung und geeignete Vorsorgemaßnahmen sind. Sein Schadpotenzial ist enorm und bedroht unsere ohnehin bereits stark unter Druck stehenden Eschenbestände", erklärt Totschnig.

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Der Schädling gilt in der EU als prioritärer Quarantäneschädling. Das bedeutet: Es gelten besonders strenge Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen. Österreich verfügt laut Ministerium bereits über ein engmaschiges Monitoring. Forstaufsicht, Pflanzenschutzdienste und Experten arbeiten zusammen, um einen möglichen Befall möglichst früh zu entdecken. Für den Ernstfall gibt es bereits einen eigenen Notfallplan.

Nur noch 350 Kilometer entfernt

Die Gefahr kommt näher: Vom Fundort in der Slowakei bis zur österreichischen Grenze sind es nur noch rund 350 Kilometer. Der Käfer stammt ursprünglich aus Ostasien und wurde vor rund 25 Jahren erstmals im europäischen Teil Russlands entdeckt. Seither breitet er sich immer weiter Richtung Westen aus.

Experten gehen davon aus, dass sich der Schädling vor allem als "blinder Passagier" über den Straßen- und Bahnverkehr verbreitet. Die aktuellen Funde in Ungarn und der Slowakei liegen sogar rund 500 Kilometer westlich des bisher bekannten Befallsgebietes.

Befall oft lange unsichtbar

Was den Käfer so gefährlich macht: Ein Befall bleibt oft über Monate oder sogar Jahre unbemerkt. Erst wenn Kronenteile der Eschen absterben, werden Schäden sichtbar. Die Larven fressen unter der Rinde geschlängelte Gänge und schwächen die Bäume massiv. Nach ein bis zwei Jahren verlassen die fertigen Käfer den Baum durch charakteristische D-förmige Ausbohrlöcher.

"Der erste Nachweis in der EU zeigt, wie wichtig ein funktionierendes Frühwarnsystem ist. Jeder rechtzeitig erkannte Befall verschafft uns Zeit und erhöht die Chance, den Schädling einzudämmen", sagt BFW-Direktor Peter Mayer.

Neue Regeln für Betriebe

Für Betriebe gelten ab sofort strengere Vorgaben. Eschen und Schneeflockensträucher dürfen nur noch aus nachweislich befallsfreien Gebieten nach Österreich gebracht werden. Auch für Holz aus der Nähe der Fundorte gelten strenge Transportauflagen, aus den eigentlichen Befallsgebieten ist eine Verbringung grundsätzlich verboten.

Wer einen verdächtigen Käfer oder eine möglicherweise befallene Esche entdeckt, soll den Fund möglichst fotografieren, den Standort notieren und sofort den Amtlichen Pflanzenschutzdienst verständigen. Für Menschen und Haustiere ist der Käfer ungefährlich.

Der winzige, metallisch grün schimmernde Käfer ist nur wenige Millimeter groß – sein Schaden für Europas Eschen könnte jedoch gewaltige Ausmaße annehmen.

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