Der Fall von Collien Fernandes sorgt auch in Österreich für große Aufregung. Laut der deutschen Schauspielerin habe ihr Ex-Mann über Jahre hinweg Fake-Profile mit ihrem Namen betrieben. Dort sollen laut Fernandes intime Fotos und Videos verbreitet worden sein, darunter auch manipulierte Nacktbilder.
Auch in Österreich wurden die Enthüllungen breit kommentiert. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) sieht digitale Gewalt als strukturelles Problem, das die Würde von Frauen "massiv angreift". Im "Heute"-Talk (Video in voller Länge weiter unten) sagt sie Deepfakes und KI-Bildern den Kampf an.
den Fall Collien Fernandes: "Das kann niemanden unbetroffen zurücklassen. Sie hat in den letzten Jahren ein Martyrium durchgemacht. Es gibt neben den öffentlich diskutierten Fällen auch eine hohe Dunkelziffer an Frauen, die Betroffene von Deepfake-Pornografie sind. Hier sind rechtliche Konsequenzen nötig."
einen Deepfake-Sicherheitsgipfel: "Auch in der digitalen Welt sind Frauen mit Gewalt konfrontiert. Wir werden nächste Woche einen Sicherheitsgipfel für Frauen mit Expertinnen und Experten aus dem Gewaltschutzbereich, dem digitalen Bereich und Regierungskollegen abhalten.
Strafen bei Deepfake-Missbrauch: "Über das Strafmaß und die Wirkungen müssen wir mit Expertinnen und Experten diskutieren. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht festlegen. Wichtig ist, dass wir Plattformen in die Pflicht nehmen. Auf europäischer Ebene gibt es bereits wirksame Instrumente."
"Halbe-Halbe" in allen Lebensbereichen: "Bezahlte und unbezahlte Arbeit gehören gut aufgeteilt, damit ein Familien dadurch qualitätsvolle Zeit gewinnen. Das beginnt beim Wäschemachen, Putzen oder Einkaufen – diese Dinge gehören fair und gleichberechtigt aufgeteilt."
eine Frauenquote: "Wir müssen in der Frauenförderung besser werden – auch die SPÖ. Laut einer Studie der Österreichischen Nationalbank sind Unternehmen mit durchmischten Teams erfolgreicher. Wir können es uns nicht leisten, auf die Expertise der Frauen zu verzichten."
"Dass eine Quote dem Leistungsprinzip widerspricht, stellte ich in Abrede: Frauen arbeiten im Durchschnitt mehr als Männer, wenn man bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammenrechnet und sind sogar stärker an Hochschulen vertreten. Ihnen von Grund auf Kompetenz und Leistungsbereitschaft abzusprechen, halte ich für frevelhaft."
das Budget fürs Frauenressort: "Wir stehen am Beginn der Verhandlungen fürs Doppelbudget. Für mich ist klar, dass ein gestärktes Frauenbudget am Ende des Prozesses herausschauen muss."
Österreich als konservatives Land: "Es ist eine Feststellung von Ex-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat und ich gebe ihr Recht. Der Zugang zu gesetzlichen Regelungen ist teilweise erschwert: Wenn etwa Frauenförderung betrieben werden soll, sind die Widerstände groß. Trotzdem werde ich weiterhin sehr stark für die Frauen in unserem Land eintreten."
ihr Herzensprojekt für 2026: "Der Abschluss der Hochschulstrategie 2040."