Amtswege per Handy erledigen, Führerschein bei einer Kontrolle am Smartphone vorzeigen, Login bei A1 oder FinanzOnline: Die "ID Austria" hat sich seit ihrer Einführung vor zwei Jahren zur digitalen Eintrittskarte in den Behörden-Alltag entwickelt. Mittlerweile haben sich bereits 4,8 Millionen Menschen registriert – Tendenz steigend.
Doch der digitale Identitätsnachweis stellt Nutzer oftmals auch vor Herausforderungen und die eine oder andere Schwierigkeit. "Die Leute vergessen immer wieder gerne ihre Zugangsdaten", erklärt Bernhard Prokop, zertifizierter digitaler Alltagstrainer für Senioren, am Montag im Ö1-Morgenjournal.
"Es kommt meiner Meinung nach viel zu wenig der Hinweis, dass man den Benutzernamen und das Passwort gut notieren sollte", so Prokop. Besonders beliebt sei der Zugang zu FinanzOnline und das Einreichen von Arzt-Rechnungen. "Das ist ein Punkt, der bei den Fragen immer wieder kommt", weiß der Alltagstrainer.
Prokop schult vor allem ältere Personen – in Gruppen oder Einzeltrainings – und sieht täglich, wo es hakt: "Die ID Austria ist leider kein besonders anwenderfreundliches Programm", sagt er im Ö1-Morgenjournal offen. Und auch im Jahr 2026 werden die Nutzer gefordert, denn es stehen ein paar Veränderungen vor der Tür.
Doch was kommt genau? "Wir werden den Studierenden-Ausweis integrieren, das betrifft 400.000 Studierende. Dann gibt es den digitalen Studierenden-Ausweis", erklärt Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) im Ö1-Journal. "Und wir werden uns sehr stark in Richtung Wirtschaft öffnen."
So biete etwa A1 bereits die Möglichkeit, über die ID Austria in das Kundenkonto zu kommen. "Wir wollen hier viele Partner-Unternehmen dazugewinnen, nämlich über 200", stellt Pröll im ORF-Radio weiter klar.
Ergänzend wird es bis Ende 2026 auch die digitale, europäische Brieftasche geben – ein System, mit dem man europaweit digital reisen können soll. "Die Idee wäre es, mit dem Personalausweis digital in den EU-Ländern reisen zu können. Wir in Österreich können das technisch sicher bis Ende 2026 umsetzen", erklärt der Digitalisierungsstaatssekretär.
Aber: "Wir wissen aber nicht, wie es in den anderen EU-Ländern aussieht, weil Österreich und Estland hier Vorreiter sind!" Ein neues bzw. weiteres System werde aber nicht kommen. Die digitale EU-Brieftasche (EUDI Wallet) werde die ID Austria nicht ersetzen, so Pröll, sondern das bestehende System werde lediglich modernisiert.
"Ich hoffe einfach, dass wenn Änderungen kommen, dass das Ganze für die Leute einfacher gemacht wird und nicht komplizierter", meint Prokop im Ö1-Journal. Laut Pröll arbeite man laufend an einer Vereinfachung der "ID Austria" – die Sicherheit der Daten dürfe dadurch aber nicht verloren gehen.