Laut dem Welt-Malariabericht 2025 wurden im Jahr 2024 weltweit rund 282 Millionen Malariafälle registriert, etwa 610.000 Menschen starben daran – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Kurz vor dem Welt-Malariatag am 25. April hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzlich ein neues Medikament zugelassen, das speziell für Neugeborene und Säuglinge mit einem Gewicht zwischen zwei und fünf Kilogramm entwickelt wurde.
Das Präparat kombiniert die Wirkstoffe Artemether und Lumefantrin und ist das erste Malariamittel, das gezielt für diese Altersgruppe konzipiert wurde. Bislang mussten Babys mit Medikamenten behandelt werden, die eigentlich für ältere Kinder gedacht waren – mit entsprechendem Risiko für falsche Dosierungen, Nebenwirkungen oder sogar Vergiftungen.
Durch die sogenannte Präqualifizierung der WHO kann das Mittel jetzt im öffentlichen Gesundheitswesen eingesetzt werden. Damit soll eine wichtige Versorgungslücke geschlossen werden, die bislang rund 30 Millionen Säuglinge in Malaria-Gebieten, vor allem in Afrika, betroffen hat.
Die Wirkstoffkombination selbst ist seit über 20 Jahren im Einsatz. Neu ist jedoch die angepasste Dosierung und Formulierung, die nun auch für die jüngsten Patienten geeignet ist. Das Medikament kann sogar in Muttermilch aufgelöst werden, was die Anwendung erleichtert.
Malaria ist eine lebensgefährliche Infektionskrankheit, ausgelöst durch Parasiten (Plasmodien). Sie wird durch den Stich infizierter weiblicher Anopheles-Mücken übertragen. Malaria kommt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen – besonders in Afrika.
Typische Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit. Unbehandelt kann die Krankheit tödlich verlaufen. Jährlich hunderte Millionen Erkrankungen weltweit – mehrere hunderttausend Todesfälle.
Besonders gefährdet: Kinder, Schwangere und Menschen ohne Immunität.
Behandlung: Mit speziellen Medikamenten – frühzeitige Therapie ist entscheidend. Vorbeugung: Mückenschutz (Netze, Repellents), Medikamente und Impfungen in bestimmten Fällen.
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, dass Malaria über Jahrhunderte hinweg unzählige Kinderleben gekostet habe. Neue Entwicklungen – darunter Impfstoffe, moderne Moskitonetze und gezielte Medikamente für Babys – könnten nun dazu beitragen, die Situation deutlich zu verbessern.
Parallel dazu hat die WHO auch drei neue Schnelltests freigegeben. Hintergrund ist, dass bisherige Tests auf ein bestimmtes Parasitenprotein (HRP2) ausgerichtet waren. Einige Malaria-Erreger haben dieses jedoch verloren und bleiben dadurch unentdeckt – mit potenziell schweren Folgen.
Die neuen Tests setzen stattdessen auf ein anderes Protein (pf-LDH) und sollen zuverlässigere Ergebnisse liefern. Die WHO empfiehlt deshalb einen Umstieg, da mit den bisherigen Tests möglicherweise mehr als fünf Prozent der Fälle übersehen werden könnten.