Große Mehrheit für Verbot

Notstopp: 86 Prozent der Eltern für Social-Media-Stopp

Immer früher zum eigenen Smartphone: 61 Prozent der unter 14-Jährigen mit Handy nutzen bereits Social Media, doch Eltern wollen die Notbremse ziehen.
Team Wirtschaft
17.09.2026, 11:16
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Das erste eigene Smartphone wandert immer früher in die Schultaschen. Während bei den heutigen Teenagern zwischen 14 und 17 Jahren erst jedes 5. Kind vor dem 10. Geburtstag ein eigenes Gerät besaß, trifft das bei den heute 10- bis 13-Jährigen schon auf jedes 3. Kind zu.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Tarifvergleichs- und Wechselportals Durchblicker unter mehr als 1.300 Eltern. Insgesamt besitzen aktuell 59 Prozent der Kinder unter 14 ein eigenes Smartphone, und der Großteil von ihnen bewegt sich längst im Netz.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

61 Prozent der Kids mit Handy auf Social Media aktiv

"Eltern bestätigen, dass auch soziale Plattformen schon früh dazugehören. 6 von 10 Kindern unter 14 Jahren, die ein eigenes Handy besitzen, verfügen über mindestens ein Social-Media-Konto", erklärt Durchblicker-Mobilfunkexperte Martin Zwickl.

An der Spitze der beliebtesten Plattformen rangiert YouTube mit 30 Prozent vor dem Game-Portal Roblox mit 24 Prozent, während Insta, TikTok und Snapchat auf je 16 Prozent kommen. Laut Zwickl seien gerade bei Kindern unter zehn Jahren Videokanäle sowie Online-Spielewelten dominant, während reine Messenger erst mit steigendem Alter an Relevanz gewinnen würden.

86 Prozent der Eltern befürworten Social-Media-Verbot

Angesichts dieser Entwicklung fordern die Erziehungsberechtigten klare Regeln von der Politik. Satte 86 Prozent der befragten Eltern befürworten deshalb das geplante gesetzliche Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige, das am 1. Jänner 2027 in Kraft treten soll. Reine Chat-Dienste wie WhatsApp, die von 70 Prozent der jungen Smartphone-Besitzer genutzt werden, sollen davon ausgenommen bleiben.

"Die Diskrepanz zwischen der hohen Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen und dem Wunsch nach einer Altersgrenze zeigt das Dilemma, in dem sich viele Eltern befinden", betont Zwickl. Soziale Netzwerke gehörten zum Alltag. Ohne gesetzliche Regelung falle es vielen Eltern schwer, sich dem sozialen Druck, dem ihre Kinder ausgesetzt sind, zu entziehen. "Gibt es gleiche Rahmenbedingungen für alle, fällt die Umsetzung leichter", so Zwickl.

55 Prozent nutzen Kinderschutz-Apps

Bis das Gesetz greift, greifen viele Eltern selbst zur digitalen Kontrolle. 55 Prozent setzen auf spezielle Family- oder Kinderschutz-Apps, 48 Prozent limitieren die tägliche Bildschirmzeit und 41 Prozent verlangen die Freigabe einzelner App-Downloads. Lediglich vier Prozent der Eltern verzichten komplett auf Kontrollen.

tmw,Akt. 17.09.2026, 11:58, 17.09.2026, 11:16