Was sich hinter dicken Mauern in Oberösterreich abspielte, liest sich wie ein düsteres Kapitel der heimischen Kriminalgeschichte. In der Justizanstalt Garsten kam es laut "Kronen Zeitung" zu einer brutalen Auseinandersetzung zwischen zwei verurteilten Schwerstverbrechern.
Garsten, ein ehemaliges Benediktinerkloster mit rund 250 Plätzen, ist eines von zwei forensisch-therapeutischen Zentren für den Maßnahmenvollzug in Österreich. Hier sitzen Täter ein, die zur Tatzeit zurechnungsfähig waren, aber als psychisch krank gelten.
Unter ihnen auch ein Name, der in Wien monatelang für Angst sorgte: das damals erst 16-jährige Messer-Phantom, das wahllos auf Obdachlose einstach. Vor Gericht sprach der Täter von einer "unbändigen Lust zu töten". Er schilderte, wie er nachts mit einem Stiletto-Messer "nach einfachen Opfern" suchte. Zwei Männer starben, eine Frau überlebte schwer verletzt. Das Urteil: 13 Jahre Haft nach dem Jugendstrafgesetz samt Einweisung.
Zellennachbar des heute 19-Jährigen ist ein berüchtigter Lebenslanger. Der frühere Jusstudent wurde vor 15 Jahren verurteilt, seine Freundin im Alter von 21 Jahren ermordet zu haben. In einem sogenannten Overkill stach er rund 200-mal auf sie ein, zerstückelte danach die Leiche und entsorgte die Teile im Müll.
Nun eskalierte zwischen den beiden Schwerverbrechern bei einem Zellenbesuch zum angeblichen Tablettentausch die Situation – das berichtet am Mittwoch die "Krone". Der deutlich jüngere Häftling ging dabei auf den Stückel-Täter los. Dieser schilderte später: "Er schlug mir 30- bis 40-mal auf den Hinterkopf." Auch die Brille des Opfers wurde dabei beschädigt, berichtet die Tageszeitung.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
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Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
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Schon zwei Wochen zuvor hatte der 19-jährige Obdachlosen-Killer laut "Krone" zugeschlagen. Ein anderer Zellengenosse erlitt dabei einen offenen Nasenbeinbruch. Auch dieser Mann ist kein Unbekannter: Er wurde als Anstifter und Fluchtautofahrer nach dem Raubmord an einer 20-Jährigen in Zell am See verurteilt. Als der Angriff begann, drückte er laut Bericht panisch den Notruf der Justizwache und rief: "Hilfe, ich werde geschlagen!"
Die interne Gefahrenbewertung des jungen Täters steht bereits auf Rot. Nun kommt eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung dazu. Für das frühere Messer-Phantom könnte die blutige Eskalation hinter Gittern bedeuten: Die Haft wird noch länger.