Christougenniatikophobie

Panik vor Weihnachten? Wenn das Fest zur Phobie wird

Herzklopfen statt Vorfreude: Bei Christougenniatikophobie lösen Christbaum, Feiern oder sogar Weihnachtsmusik krankhafte Angst aus.
Heute Life
03.12.2025, 22:00
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Für viele ist Weihnachten "die schönste Zeit des Jahres" – Lichter, Familie, Geschenke, Gemütlichkeit. Doch es gibt Menschen, bei denen genau diese Wochen Stress, Unruhe oder sogar Panik auslösen. Der Fachbegriff dafür klingt sperrig: Christougenniatikophobie. Gemeint ist eine starke, anhaltende Angst vor Weihnachten und allem, was damit verbunden ist. Sie gilt als Unterform der Heortophobie, also der Angst vor Feiertagen und Festen.
Wichtig: Das ist mehr als "kein Fan von Weihnachten sein". Eine Phobie bedeutet, dass die Angst so stark wird, dass sie den Alltag spürbar beeinträchtigt.

Was steckt dahinter?

Die Ursachen sind wie bei vielen spezifischen Ängsten unterschiedlich – aber typische Auslöser sind:

  • Schlechte Erfahrungen rund um Weihnachten: Streit in der Familie, Trennungen, Trauerfälle oder belastende Kindheitserlebnisse können das Fest dauerhaft negativ "aufladen".
  • Druck durch Erwartungen: "Alles muss schön, friedlich und perfekt sein" – dieser Stress kann bei manchen in Angst kippen.
  • Soziale Überforderung: Pflichtbesuche, große Runden, Smalltalk – wer generell zu sozialer Angst neigt, erlebt die Feiertage oft als Trigger
  • Finanzielle oder organisatorische Sorgen: Geschenke, Konsumstress, Reisen – ein Teil der Angst entsteht aus dem Gefühl, die Zeit "nicht zu schaffen".

Typische Symptome

Wie sich Christougenniatikophobie zeigt, variiert. Häufig sind:

  • starkes Unbehagen, sobald Advent/Weihnachten näher rückt
  • innere Unruhe, Schlafprobleme
  • Reizbarkeit, "Fluchtgedanken"
  • körperliche Stresssymptome (Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Übelkeit)
  • Vermeidung: Weihnachtsmärkte, Feiern, sogar Musik oder Deko werden gemieden. Je stärker die Vermeidung, desto eher kann sich die Angst festsetzen.

Was hilft Betroffenen?

Christougenniatikophobie ist behandelbar – ähnlich wie andere spezifische Ängste.

Professionelle Hilfe

  • Kognitive Verhaltenstherapie gilt als Standard bei Phobien: Sie hilft, angstverstärkende Gedanken zu erkennen und schrittweise zu verändern.
  • Exposition / behutsame Annäherung: Statt komplettes Meiden werden Trigger langsam und kontrolliert "trainiert", bis die Angst nachlässt.

Was du selbst tun kannst (wenn die Angst eher mild ist)

  • Früh planen, Druck herausnehmen: Nicht "alles auf einmal" kurz vor dem 24. erledigen.
  • Eigene Regeln definieren: Du musst nicht jeden Termin mitmachen.
  • Trigger erkennen: Ist es Familie? Konsum? Einsamkeit? Das "Warum" ist oft der Schlüssel.
  • Rituale umformen: Ein ruhiger Spaziergang statt Party, ein kleines Essen statt großer Runde – Weihnachten darf anders aussehen.

Ein unsichtbares Thema – aber real

Weihnachten ist emotional aufgeladen. Wer sich in dieser Zeit schlecht fühlt, glaubt schnell, "falsch" zu sein. Viele Betroffene schämen sich oder spielen ihre Gefühle herunter, weil überall erwartet wird, dass man glücklich ist. Dazu kommt: Auch Menschen ohne Phobie erleben in der Zeit oft Stress oder Traurigkeit. Das macht es schwer, die Grenze zwischen "Weihnachtsblues" und echter Angststörung zu erkennen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.12.2025, 22:00
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