Für viele ist Weihnachten "die schönste Zeit des Jahres" – Lichter, Familie, Geschenke, Gemütlichkeit. Doch es gibt Menschen, bei denen genau diese Wochen Stress, Unruhe oder sogar Panik auslösen. Der Fachbegriff dafür klingt sperrig: Christougenniatikophobie. Gemeint ist eine starke, anhaltende Angst vor Weihnachten und allem, was damit verbunden ist. Sie gilt als Unterform der Heortophobie, also der Angst vor Feiertagen und Festen. Wichtig: Das ist mehr als "kein Fan von Weihnachten sein". Eine Phobie bedeutet, dass die Angst so stark wird, dass sie den Alltag spürbar beeinträchtigt.
Was steckt dahinter?
Die Ursachen sind wie bei vielen spezifischen Ängsten unterschiedlich – aber typische Auslöser sind:
Schlechte Erfahrungen rund um Weihnachten: Streit in der Familie, Trennungen, Trauerfälle oder belastende Kindheitserlebnisse können das Fest dauerhaft negativ "aufladen".
Druck durch Erwartungen: "Alles muss schön, friedlich und perfekt sein" – dieser Stress kann bei manchen in Angst kippen.
Soziale Überforderung: Pflichtbesuche, große Runden, Smalltalk – wer generell zu sozialer Angst neigt, erlebt die Feiertage oft als Trigger
Finanzielle oder organisatorische Sorgen: Geschenke, Konsumstress, Reisen – ein Teil der Angst entsteht aus dem Gefühl, die Zeit "nicht zu schaffen".
Weihnachten ist emotional aufgeladen. Wer sich in dieser Zeit schlecht fühlt, glaubt schnell, "falsch" zu sein. Viele Betroffene schämen sich oder spielen ihre Gefühle herunter, weil überall erwartet wird, dass man glücklich ist. Dazu kommt: Auch Menschen ohne Phobie erleben in der Zeit oft Stress oder Traurigkeit. Das macht es schwer, die Grenze zwischen "Weihnachtsblues" und echter Angststörung zu erkennen.