Nach fast zwei Jahre langen Protesten und einem erbitterten Kampf gegen Korruption hat die serbische Studentenbewegung die Parlamentswahl gewonnen. Für Aleksandar Vučić ist es eine historische Niederlage – für viele junge Serben der Beginn einer neuen Ära.
Sie liegen sich weinend in den Armen, schwenken Fahnen und feiern bis tief in die Nacht. In Serbien ist nach dem Wahlsieg der Studentenliste nichts mehr wie zuvor. Mit rund 52 Prozent der Stimmen und einer absoluten Mehrheit im Parlament haben die jungen Hoffnungsträger das scheinbar Unmögliche geschafft: Sie haben die bisherige politische Machtverteilung auf den Kopf gestellt.
Begonnen hatte alles mit einer Tragödie: Am 1. November 2024 stürzte das Vordach des Bahnhofs in Novi Sad ein. 16 Menschen starben. Das Unglück wurde zum Auslöser einer beispiellosen Protestbewegung gegen Korruption und Missstände im Land. 16 Menschen wurdne bei der Tragödie getötet, bis heute wurde niemand zur Verantwortung gezogen.
Was mit Mahnwachen und Demonstrationen begann, entwickelte sich zu einer Bewegung, die Hunderttausende mobilisierte. Jetzt feiern ihre Anhänger einen historischen Wahlerfolg.
In Niš im Süden Serbiens versammelten sich Tausende Menschen, um den historischen Wahlerfolg der Studenten-Liste zu feiern – Blechblasinstrumente inklusive. Auch in Belgrad und Novi Sad kannte der Jubel keine Grenzen, wie ein "Heute"-Video zeigt.
Auch in Wien fieberten zahlreiche Serben mit. In Wien wurde der Erfolg der Studentenbewegung mit großer Begeisterung aufgenommen. "Bella Ciao" – das weltbekannte Lied des Widerstands – konnte dabei kaum besser zur Stimmung passen: Ein politischer Abschied und die Hoffnung auf einen Neuanfang.
Für die jungen Menschen, die monatelang auf Serbiens Straßen für Veränderung kämpften, ist dieser Wahlsieg mehr als ein politischer Erfolg. Es ist der Moment, in dem aus Protest Hoffnung wurde – und aus Hoffnung soll eine neue politische Zukunft werden.