Ein Polizeieinsatz eskalierte am Mittwochabend: Ein Autofahrer raste gegen 22 Uhr in Wien-Landstraße vor mehreren Polizeistreifen davon, missachtete rote Ampeln und fuhr sogar über einen Radweg.
Begonnen hatte der Einsatz im Bereich der Otto-Preminger-Straße. Beamte des Stadtpolizeikommandos waren dort auf ein Auto mit deutschen Kennzeichen aufmerksam geworden, nachdem der Fahrer eine Verwaltungsübertretung begangen hatte.
Die Polizisten wollten eine Lenker- und Fahrzeugkontrolle durchführen und forderten den Mann mit deutlich sichtbaren und hörbaren Signalen zum Anhalten auf. Zunächst schien der Autofahrer den Anweisungen zu folgen. Dann beschleunigte er plötzlich und flüchtete mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Südosttangente (A23).
Die Beamten nahmen sofort die Verfolgung auf. Auf der A23 in Richtung Stadlau erhielten die Polizisten Unterstützung von Kräften der Wiener Landesverkehrsabteilung.
Der Flüchtende täuschte mehrfach an, die Autobahn verlassen zu wollen. Obwohl die Polizei wiederholt das Folgetonhorn einschaltete, reduzierte er seine Geschwindigkeit nicht. Stattdessen fuhr er über längere Zeit auf dem Pannenstreifen weiter.
Bei der Abfahrt Hirschstetten verließ der Lenker schließlich die Autobahn und setzte seine Flucht über die Hirschstettner Straße fort.
Auch danach beobachteten die Beamten zahlreiche Verkehrsverstöße. Der Autofahrer überschritt wiederholt die erlaubte Geschwindigkeit, benutzte einen Radweg und missachtete rote Ampeln.
Im Bereich der Donaufelder Straße gelang es Beamten der Landesverkehrsabteilung zunächst, das Fahrzeug anzuhalten. Daraufhin stieg der 25-jährige Beifahrer aus und versuchte wegzulaufen. Die Polizisten konnten ihn jedoch sofort stoppen.
Der Fahrer blieb hingegen im Wagen sitzen. Trotz mehrfacher Aufforderungen weigerte er sich, auszusteigen. Dann startete er plötzlich erneut den Motor und flüchtete ein weiteres Mal. Im Zuge dieser Situation gab ein Polizist aus geringer Entfernung einen Schuss auf einen Reifen des Autos ab.
Doch auch das hielt den 22-Jährigen nicht auf. Er setzte seine Flucht mit überhöhter Geschwindigkeit über einen Gehweg fort.
Erst in der Richard-Neutra-Gasse in Wien-Floridsdorf konnten die Einsatzkräfte den Wagen endgültig stoppen.
Bei der anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass der 22-jährige Österreicher keine gültige Lenkberechtigung besitzt. Gegenüber den Beamten gab er an, deshalb vor der Polizei geflüchtet zu sein.
Auch die Eigentumsverhältnisse des Autos blieben zunächst ungeklärt. Der Mann konnte vor Ort keine entsprechenden Unterlagen vorweisen. Die Polizei nahm den 22-Jährigen vorläufig fest. Die weiteren Ermittlungen führt das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Nord.
Trotz der riskanten Fahrt und des Schusswaffeneinsatzes wurde bei dem Vorfall niemand verletzt.