400 Jobs vor dem Aus

Prämien trotz Jobabbau – Wirbel um Swarovski-Manager

Bei Swarovski sorgt ein Streit um Jobs und Prämien für Wirbel. Betriebsräte kritisieren Einschnitte für Mitarbeiter – während Manager Boni erhalten.
Newsdesk Heute
18.03.2026, 12:45
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Beim Kristallkonzern Swarovski sorgt ein Streit um Gehälter und Prämien für Unruhe. Betriebsräte kritisieren Einschnitte bei Mitarbeitern – während das Management weiter Boni erhält.

Am Standort Wattens stehen heuer rund 400 Jobs vor dem Aus. Zusätzlich muss ein Teil der Belegschaft Arbeitszeit reduzieren. Gleichzeitig soll das Management Erfolgsprämien bekommen haben, weil Ziele "übererreicht" worden seien.

Keine Erfolgsbeteiligung für Mitarbeiter

Für Betriebsrat Reinhold Happ ist das unverständlich: "400 Mitarbeiter abbauen und Arbeitszeit reduzieren, sich gleichzeitig aber Boni auszahlen – das passt nicht zusammen".

Besonders kritisch sehen die Arbeitnehmervertreter, dass viele Beschäftigte leer ausgehen könnten, berichtet die "Tiroler Tageszeitung". "Wir haben die Info, dass unsere Mitarbeiter keine Erfolgsbeteiligung erhalten sollen", sagt Happ. Einen Rechtsanspruch gebe es zwar nicht, doch es gehe um Fairness: "Die MitarbeiterInnen leisten viel, damit die Manager ihre Ziele erreichen."

Auch Zentralbetriebsratschefin Selina Eder übt scharfe Kritik. "Es ist ungerecht, dass immer bei der Belegschaft gespart wird, während Manager für das Erreichen von Zielen, die sie sich selbst setzen, Boni erhalten." Derzeit liefen Gespräche mit der Unternehmensführung, um eine bessere Lösung zu finden. Eder bringt etwa ins Spiel, einen Teil der Prämien auf die Mitarbeiter aufzuteilen.

Swarovski weist Vorwürfe zurück

Der Konzern weist die Vorwürfe zurück. Man spreche nicht von Boni, sondern von variablen Vergütungsanteilen. Demnach gebe es unterschiedliche Modelle – etwa fixe Gehälter mit möglichen Gewinnbeteiligungen oder Kombinationen aus Grundgehalt und leistungsabhängigen Komponenten, die nach klaren Kriterien berechnet würden.

Zur Höhe der Prämien macht Swarovski keine konkreten Angaben. Diese seien individuell gestaltet und könnten je nach Leistung, Umsatz und Gewinn variieren. Kritik an der Darstellung weist das Unternehmen entschieden zurück: Es sei "bedauerlich, dass von einzelnen Personen unzutreffende Darstellungen zur Vergütung unserer MitarbeiterInnen verbreitet werden".

Standortleiter Jérôme Dandrieux betont: "Unsere Mitarbeitenden werden korrekt, fair und mindestens entsprechend – häufig über – den geltenden gesetzlichen Vorgaben bezahlt". Zudem seien in Wattens in den vergangenen Jahren umfassende Maßnahmen notwendig gewesen, um Verluste zu begrenzen und das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 18.03.2026, 15:55, 18.03.2026, 12:45
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