Strache leakt neue Teile des "Ibiza-Videos"

Weitere Minuten des "Ibiza-Videos" sind aufgetaucht
Weitere Minuten des "Ibiza-Videos" sind aufgetauchtScreenshot "SZ"
Neue Passagen des "Ibiza-Videos" wurden veröffentlicht, die Heinz-Christian Strache entlasten sollen. "Heute" liegen die Gesprächsaufzeichnungen vor.

Vor ziemlich genau zwei Jahren stellte das sogenannte "Ibiza-Video" die innenpolitischen Verhältnisse in Österreich komplett auf den Kopf. Wie berichtet, redete sich darin Heinz-Christian Strache um Kopf und Kragen - und aus der Bundesregierung. Jetzt wurden von Strache-Anwalt Johann Pauer weitere Minuten des Gesprächs "geleakt", die den ehemaligen Vizekanzler entlasten sollen.

Fünf neue Minuten

Strache sieht sich bis heute als Opfer einer Verschwörung, klagte erfolglos auf Herausgabe des berüchtigten Videos, das 2017 heimlich während eines "feuchtfröhlichen" Abends in einer Finca auf Ibiza entstand. Obwohl nur ein Bruchteil des Videos bekannt ist, wies bislang vieles darauf hin, dass der ehemalige FP-Politiker Teile der Republik und unter anderem auch die "Kronen Zeitung" verscherbeln wollte - siehe Video:

Der jetzige Team HC-Obmann hatte selbst stets betont, dass er rechtswidrige Angebote des Lockvogels "Alyona Makarov" mehrfach abgelehnt habe und nur belastende Ausschnitte veröffentlicht worden seien. Die am Freitag neu "geleakten" Textstellen aus dem Akt der Staatsanwaltschaft scheinen dies jetzt zu belegen.

"Scheißgeschichten, das gibt es nicht"

Aus der Einsichtnahme in die Videoausschnitte wird ersichtlich, dass versucht wurde, mit hohen Summen - teilweise ist von 270 Millionen Euro die Rede - den Politiker zu rechtswidrigen Handlungen zu verleiten, so Strache-Anwalt Pauer. Dieser ließ jedoch die falsche russische Oligarchin und ihren Begleiter, den Münchner Detektiv Julian H. abblitzen, "Heute" liegen mehrere Gesprächsaufzeichungen vor:

Konversation 2:

Strache: "Es gibt bei mir nur ganz korrekte Ebenen, alles, was in meinem Leben heut angegriffen wird, ist korrekt. Ja? Und ich, es gibt bei mir keine Selbstbereicherung oder sonstige Scheißgeschichten, das gibt es nicht. Ja? Sondern, es gibt Interesse, was wollen wir politisch, wohin wollen wir politisch, was hat die Bevölkerung, was hat der Steuerzahler davon und wenn dann ein Unternehmer einen Profit hat, solls mir recht sein, wenns ins Konzept passt.

Detektiv Julian H.: "OK. Im Endeffekt, was ich ihr vermitteln soll, ist, dass ihr für diese Geschichte bereit seid ihr zu helfen, aber ihr erwartet keine Gegenleistung."

JH (Detektiv Julian H.), JG (Johann Gudenus) und HCS (Heinz-Christian Strache) im Gespräch
JH (Detektiv Julian H.), JG (Johann Gudenus) und HCS (Heinz-Christian Strache) im Gespräch

Konversation 4:

Detektiv H.: "Ich verstehe eure Position, wo du sagst, okay gut, ich kann mich in eine Position bringen, wo ich mich jetzt quasi öffne und der Korruption preisgebe"

Strache: "Nein mach ich nicht! Nie!"

JG (Johann Gudenus) und HCS (Heinz-Christian Strache) im Gespräch
JG (Johann Gudenus) und HCS (Heinz-Christian Strache) im GesprächTranskript der WKStA

Konversation 6:

Strache: "Nein, nein, aber jetzt sind wir ehrlich. Mit jedem anderen Scheiß machst du dich angreifbar und ich will nicht angreifbar sein. Ich will ruhig schlafen. Ich will in der Früh aufstehen und sagen bin sauber und wenn, dann tue ich was da. Und das ist die Stärke. Und wenn ich dann in Pension geh, freu ich mich, wenn der eine oder andere Freund sich an mich erinnert und sagt okay okay."

Gudenus: "Ja"

Stache Ibiza-Video
Stache Ibiza-VideoTranskript der WKStA

Bisher wurde nur ein kleiner Teil des "Ibiza-Videos" zur Einsicht zugänglich bzw. transkribiert. Die gesamte Abschrift umfasst 190 Seiten - laut Pauer sind 160 davon geschwärzt.

Dies liege daran, dass die Ermittlungsbehörden nur jene Teile zum Akt nehmen, die für die Beurteilung des jeweiligen Sachverhaltes (Ermittlungsverfahrens) von Relevanz seien, so der Strache-Anwalt in einer Aussendung. Und abschließend: "Die [...] zu erwartende, weitreichendere Transkription wird noch deutlicher aufzeigen, dass die Auswahl der veröffentlichten Passagen bewusst nachteilig erfolgte."

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