Tierische Gesellschaft

Über 2 Meter! Wer schwimmt – außer mir – im Badesee?

Im Badesee sind wir nicht allein: Wels, Hecht, Karpfen & Co. ziehen ihre Bahnen. Experten erklären, wann es wirklich heikel wird.
Heute Tierisch
05.09.2026, 07:15
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Wer an Österreichs Badeseen ins kühle Nass steigt, sieht meist: nichts. Unter der Wasseroberfläche herrscht trotzdem reger Betrieb. Zwischen Schilf, Steinen und Seeboden ziehen Hechte, Welse, Karpfen, Barsche und jede Menge kleinere Fische ihre Bahnen. Die gute Nachricht für alle, die beim Schwimmen lieber keine Begegnung mit einem Unterwasserbewohner hätten: Die allermeisten wollen mit uns überhaupt nichts zu tun haben.

Doch was schwimmt tatsächlich in Österreichs Badeseen – und muss man sich vor den heimischen Riesenfischen fürchten?

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Der Wels: groß, kräftig – aber kein Menschenjäger

Er ist der Star unter den heimischen Süßwasserfischen: der Europäische Wels. Mehr als zwei Meter Länge sind möglich, manche Exemplare werden Jahrzehnte alt. Im Bodensee wurde im März 2026 sogar ein 2,60 Meter langer und 109 Kilogramm schwerer Wels gefangen. Für Schlagzeilen sorgt der Fisch allerdings vor allem dann, wenn er Menschen zu nahe kommt. Dabei ist der Ruf als Unterwasser-Monster deutlich dramatischer als die Realität.

"Für den Menschen ist der Fisch nicht gefährlich", erklärte Nikolaus Schotzko vom Landesfischereizentrum Vorarlberg dem ORF. Es gebe keine bekannten Fälle, in denen ein Wels im Bodensee einen Menschen angegriffen habe.

Dies bestätigte auch der oberösterreichische Fischexperte und Landesfischereiverband-Geschäftsführer Klaus Berg gegenüber "MeinBezirk.at": "Dass ein Wels einen Menschen attackiert, weil er Hunger hat, gilt als nahezu ausgeschlossen." Welse sind vor allem nachts aktiv und verbringen den Tag gerne am Grund, unter Uferkanten, zwischen Totholz oder in dichter Vegetation. Eine Begegnung beim Schwimmen ist deshalb schon aus diesem Grund eher die Ausnahme.

Anders sieht die Lage für kleine Hunde aus: "Aus biologischer Sicht ist es grundsätzlich möglich, dass ein sehr großer Wels einen Hund angreift oder sogar verschluckt", so Stefan Wenger, Vizepräsident des Schweizer Fischerei-Verbands, zu "20 Minuten". Unter bestimmten Umständen könnte ein kleiner, im Wasser strampelnder Hund möglicherweise den Jagdreflex eines Welses auslösen. Solche Vorfälle seien jedoch äußerst selten.

Und noch eine Ausnahme gibt es: die Laichzeit. Vor allem im Juni kann ein Wels-Männchen sein Gelege bewachen und dabei territorial reagieren. Berg hält es deshalb für möglich, dass einzelne spektakuläre Begegnungen von Welsen mit Schwimmern mit diesem Schutzverhalten zusammenhängen.

Wenn der Hecht plötzlich zuschnappt

Etwas anders sieht die Sache beim Hecht aus. Der Raubfisch ist ein perfekter Jäger: langgestreckt, blitzschnell und mit einem Maul voller spitzer Zähne. Aber auch er sucht normalerweise keine menschliche Beute. Hechte lauern gut getarnt zwischen Wasserpflanzen und warten auf kleinere Fische. Andreas Haas, Leiter des Geschäftsfelds Fischerei bei den Österreichischen Bundesforsten, sagte bereits gegenüber dem ORF: "Generell lebten in Österreich keine Wasserbewohner, vor denen sich Menschen fürchten müssten."

Ganz ausgeschlossen ist ein Zwicker dennoch nicht. Bei stark aufgeheizten Gewässern könne ein Hecht schon einmal an einer Zehe "knabbern", erklärte Haas. Normalerweise hielten sich die Raubfische aber nicht dort auf, wo Menschen schwimmen.

„Generell lebten in Österreich keine Wasserbewohner, vor denen sich Menschen fürchten müssten.“

Dass Hechte beachtliche Dimensionen erreichen können, zeigt ein Blick in österreichische Gewässer: Im Attersee und Mondsee werden laut Fischökologe Josef Wanzenböck Hechte bis etwa 1,5 Meter groß. Welse können dort bis zu zwei Meter erreichen.

Karpfen sind die gemütlichen Mitbewohner

Wesentlich weniger spektakulär, dafür umso häufiger anzutreffen sind Karpfen und verschiedene Weißfische. Dazu kommen etwa Rotaugen, Rotfedern, Brachsen, Lauben und Barsche. Sie sind für Badegäste in der Regel völlig uninteressant – und umgekehrt. Während der Schwimmer versucht, möglichst elegant durchs Wasser zu gleiten, sucht der Karpfen am Boden nach Nahrung.

In Oberösterreich etwa führt die Fischereiverordnung eine lange Liste heimischer Fischarten: Neben Hecht und Wels finden sich dort unter anderem Karpfen, Schleie, Rotauge, Rotfeder, Barsch, Zander und verschiedene Forellenarten.

Wer wirklich unangenehm werden kann

Ironischerweise sind es nicht unbedingt die großen Fische, die Badegästen am ehesten Probleme bereiten. Es sind laut Andreas Haas die Larven von Saugwürmern. Sie können aus dem Kot von Wasservögeln ins Wasser gelangen und beim Menschen eine sogenannte Badedermatitis auslösen. Typisch sind juckende, gerötete Hautstellen. Gefährlich ist das für gesunde Menschen normalerweise nicht – unangenehm allerdings schon.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 05.09.2026, 07:46, 05.09.2026, 07:24
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