Russlands Präsident Wladimir Putin dämpft die Hoffnungen auf rasche neue Friedensverhandlungen mit der Ukraine. Nach den jüngsten ukrainischen Angriffen auf russisches Gebiet müsse Moskau zunächst überlegen, wie es darauf reagieren werde, erklärte Putin am Freitag bei einem Kulturforum in St. Petersburg.
"Nach allem, was sie getan haben, werden wir noch gründlich nachdenken, was wir als Reaktion unternehmen müssen", sagte der Kreml-Chef mit Blick auf die ukrainischen Gegenangriffe.
Besonders kritisierte Putin Attacken auf Russland während der Parlamentswahl am vergangenen Wochenende. Russland sei deshalb gezwungen zu reagieren. Gleichzeitig schloss Putin neue Gespräche mit Kiew nicht grundsätzlich aus. Vorschläge für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen lägen weiterhin auf dem Tisch. "Es ist alles möglich", erklärte er.
Die USA versuchen unterdessen, wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen. Washington brachte zuletzt ein mögliches Dreiertreffen zwischen Vertretern der USA, Russlands und der Ukraine in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Spiel. Einen konkreten Termin gibt es bislang allerdings nicht.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Kiew warte derzeit auf einen Terminvorschlag der US-Seite. Nach seinem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump am Rande der UNO-Vollversammlung kündigte Selenskyj an, binnen zehn Tagen entweder eine neue Perspektive oder ein konkretes Ergebnis präsentieren zu wollen.
Auch zwischen Washington und Moskau laufen Gespräche. Russlands Sonderbeauftragter Kirill Dmitrijew traf sich am Donnerstag mit den US-Vertretern Steve Witkoff und Jared Kushner. Laut Kreml standen dabei vor allem wirtschaftliche Fragen im Mittelpunkt.
Offen ist zudem, wo ein direktes Treffen zwischen Putin und Selenskyj überhaupt stattfinden könnte. Der ukrainische Präsident lehnt ein Treffen mit Putin in Moskau ab. Putin hatte zuvor erklärt, für ein persönliches Gespräch mit Selenskyj ausschließlich in der russischen Hauptstadt zur Verfügung zu stehen.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte unterdessen, es müsse um eine dauerhafte Lösung gehen – und nicht lediglich um eine vorübergehende Waffenruhe.