Trump erhöht Druck auf Kiew

USA warnen Ukraine nicht mehr vor russischen Raketen

Nach tödlichen Raketenangriffen auf Kiew erhebt Selenskyj schwere Vorwürfe: Die Ukraine sei vom Westen nicht vor russischen Raketen gewarnt worden.
14.10.2026, 13:31
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Schreckliche Kriegsnacht in Kiew! Russland hat die Ukraine in der Nacht auf Mittwoch mit 39 Raketen und mehr als 120 Drohnen angegriffen. In der Hauptstadt wurden ein neunstöckiges Wohnhaus und mehrere Heizkraftwerke getroffen.

Mindestens vier Menschen starben, 25 wurden verletzt. Rund 600.000 Menschen waren nach den Angriffen auf die Energieversorgung ohne Strom.

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Keine Warnung vor erster Angriffswelle

Nun erhebt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) schwere Vorwürfe gegen die westlichen Verbündeten. "Wieder einmal keine Vorwarnung von unseren Partnern", kritisierte er. Die ukrainischen Systeme hätten die ballistischen Raketen erst entdeckt, als sie sich Kiew bereits näherten. Die ukrainische Luftwaffe stellte später klar, dass Warnungen vor der ersten Raketenwelle ausblieben, vor drei weiteren Angriffswellen jedoch eintrafen.

"Das ist absolut ungerecht: Während sie unsere Infrastruktur zerstören, erhält die Ukraine noch nicht einmal Frühwarnungen über Starts ballistischer Raketen", empörte sich Selenskyj. Der Präsident appellierte eindringlich an Washington: "Wir bitten Amerika und ALLE Menschen auf der Welt, die nicht die Augen vor der Realität verschließen, zu reagieren, und zwar mit aller Härte."

Trump setzt Ukraine unter Druck

Hintergrund ist der immer härtere Kurs von US-Präsident Donald Trump (80) gegenüber der Ukraine. Weil das Land der Forderung Washingtons nicht nachkommt, ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, verschärft Trump die Gangart.

Für Trump sind vor den Kongresswahlen in den USA am 3. November Umfrage-Ergebnisse wichtiger als die Lage in Europa. Und steigende Treibstoffpreise in den USA drücken auf Trumps Beliebtheitswerte. Da passen ukrainische Angriffe auf Erdölanlagen und Raffinerien in Russland gar nicht ins Konzept.

Die Ukraine pocht jedoch auf ihr Recht auf Selbstverteidigung und weist darauf hin, dass Russland ständig ukrainische Kraftwerke und die Energieversorgung bombardiert. Jeden Winter drohen dadurch Millionen an Ukrainer, in ihren Wohnung zu frieren.

Trump droht Kiew

Der US-Präsident hat daher bereits einen Stopp der Geheimdienst-Zusammenarbeit angedroht. Für Kiew wäre das fatal: Die Ukraine ist bei der Früherkennung russischer Raketenstarts stark auf amerikanische Satellitendaten angewiesen. Europa kann diese Unterstützung kaum ersetzen.

Laut ukrainischem Außenminister Andrij Sybiha laufe der Informationsaustausch aktuell aber grundsätzlich weiter. Warum die Warnungen bei den jüngsten Angriffen trotzdem ausblieben, ist unklar.

Energie-Waffenruhe existiert nicht

Selenskyj fordert Trump nun auf, endlich harte Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Besonders bitter: Erst am Sonntag hatte der US-Präsident eine angebliche Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen verkündet.

Weder Kiew noch Moskau bestätigten die Vereinbarung. Stattdessen fliegen weiter russische Raketen auf ukrainische Städte. Und den Menschen fehlen ausgerechnet jene Warnungen, die ihr Leben retten könnten.

NW, 14.10.2026, 13:31
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