Gerade bei Kindern ist guter Sonnenschutz im Sommer besonders wichtig. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Haut trotz Sonnencreme am Abend gerötet ist. Der Grund ist in den meisten Fällen nicht das Produkt selbst, sondern kleine Anwendungsfehler, die vielen Eltern passieren. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko für einen Sonnenbrand deutlich reduzieren.
Sonnencreme ist ein wichtiger Baustein des UV-Schutzes, bietet aber nur dann den angegebenen Lichtschutzfaktor, wenn sie korrekt aufgetragen wird. Zu wenig Creme, vergessene Hautstellen oder zu seltenes Nachcremen können die Schutzwirkung deutlich verringern. Auch Schwitzen, Wasser, Sand oder Kleidung beanspruchen die Schutzschicht und machen ein erneutes Eincremen notwendig.
Viele Eltern tragen unbewusst zu wenig Sonnenschutz auf. Das kann dazu führen, dass der tatsächliche Schutz weit unter dem auf der Verpackung angegebenen Lichtschutzfaktor liegt.
"Als Faustregel gilt: Lieber großzügig als zu sparsam auftragen. Wird zu wenig Sonnenschutz verwendet, kann der tatsächliche Schutz deutlich unter dem auf der Verpackung angegebenen Lichtschutzfaktor (LSF) liegen. Die Haut sollte gleichmäßig und vollständig eingecremt sein", erklärt Claire Collin aus der Produktentwicklung der Sonnenschutzmarke "Naïf".
Einmal am Morgen eincremen reicht nicht für einen ganzen Sommertag. Besonders nach dem Baden oder starkem Schwitzen sollte die Schutzschicht erneuert werden. "Sonnenschutz sollte etwa alle zwei Stunden erneut aufgetragen werden – außerdem nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen mit einem Handtuch. Das Nachcremen hilft, den Schutz aufrechtzuerhalten, verlängert die Schutzdauer jedoch nicht unbegrenzt", so Collin.
Wer Kinder erst am Badesee oder Spielplatz eincremt, verschenkt wertvolle Schutzzeit. "Der Sonnenschutz sollte auf trockene Haut aufgetragen werden, bevor man ins Freie geht", empfiehlt Claire Collin.
„Der Sonnenschutz sollte auf trockene Haut aufgetragen werden, bevor man ins Freie geht.“
Vor allem kleine Hautbereiche werden beim Eincremen leicht übersehen – und genau dort entsteht häufig der erste Sonnenbrand. "Besonders häufig werden Ohren, Nacken, Fußrücken, Zehen, Lippen, Hände sowie die Kopfhaut entlang des Scheitels übersehen. Diese Bereiche sollten besonders sorgfältig eingecremt werden – insbesondere bei Babys und Kindern", sagt Collin.
Viele verlassen sich darauf, dass wasserfeste Sonnencreme den ganzen Badetag schützt. Das ist jedoch ein Irrtum. "Auch wenn ein Sonnenschutz als wasserfest gekennzeichnet ist, nimmt seine Schutzwirkung nach dem Aufenthalt im Wasser deutlich ab. Deshalb ist das Nachcremen nach dem Schwimmen besonders wichtig", erklärt die Expertin.
Nach einem Tag in der Sonne sollte die Haut gründlich gereinigt werden. "Am Ende des Tages sollte Sonnenschutz entfernt werden, um Produktreste, Schweiß, Salz, Sand und andere Verunreinigungen von der Haut zu entfernen. Eine gründliche Reinigung unterstützt die natürliche Regeneration der Haut über Nacht", so Collin.
Auch ohne sichtbaren Sonnenbrand freut sich die Haut über Pflege nach einem Tag im Freien. "Sonne, Wind und Wasser können die Haut austrocknen und beanspruchen. After-Sun-Produkte oder feuchtigkeitsspendende Pflege helfen dabei, Feuchtigkeit zu spenden, die Haut zu beruhigen und ihr Wohlbefinden nach dem Sonnenbaden zu unterstützen", sagt Claire Collin.
Sonnencreme allein reicht nicht aus. Experten empfehlen, Kinder zusätzlich mit UV-Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille zu schützen. Besonders in der Mittagssonne zwischen etwa 11 und 15 Uhr sollten Babys und Kleinkinder möglichst im Schatten bleiben. Werden diese Maßnahmen mit richtig angewendeter Sonnencreme kombiniert, sinkt das Risiko für einen Sonnenbrand deutlich.