Das Treffen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani sorgt in Österreich für Kritik. Die beiden kamen am Rande der UNO-Generalversammlung in New York zusammen. Van der Bellen veröffentlichte anschließend ein Video der Begegnung in den sozialen Medien.
Elie Rosen, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Salzburg, Steiermark und Kärnten, kritisiert nun vor allem die öffentliche Inszenierung und den Zeitpunkt des Treffens.
Rosen betont, dass ein Treffen des österreichischen Bundespräsidenten mit einem demokratisch gewählten Bürgermeister selbstverständlich möglich sei. Problematisch sei aus seiner Sicht jedoch die politische Signalwirkung.
Die Kritik steht im Zusammenhang mit Van der Bellens jüngsten Aussagen zu Israel. Der Bundespräsident hatte Israel in New York unter anderem Kriegsverbrechen vorgeworfen. Rosen hatte bereits darauf mit deutlicher Kritik reagiert und mehr Präzision bei derartigen Vorwürfen gefordert.
Jetzt kritisiert er das Treffen mit Mamdani. Dieser ist als scharfer Kritiker der israelischen Regierung bekannt und bezeichnete den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu als "Kriegsverbrecher".
Rosen kritisiert dabei nicht das Gespräch an sich, sondern den öffentlichen Umgang damit: "Man muss nicht jede Position Mamdanis teilen, um mit ihm zu sprechen. Aber man sollte diese Positionen kennen, wenn man ihn als österreichisches Staatsoberhaupt öffentlichkeitswirksam in Szene setzt", so Rosen.
Besonders irritierend sei aus seiner Sicht die zeitliche Nähe zu Van der Bellens Aussagen über das israelische Vorgehen.
Bereits zuvor hatte Rosen gefordert, bei der Beurteilung des Nahost-Konflikts gleiche Maßstäbe anzulegen. "Der Anspruch auf Unparteilichkeit muss sich an gleichen Maßstäben bewähren - gegenüber Israel ebenso wie gegenüber anderen Staaten und an anderen Konfliktherden", erklärte er.
Israels Regierung dürfe kritisiert werden, betont Rosen. Gleichzeitig fordert er von Österreichs Staatsoberhaupt Präzision und Differenzierung bei Aussagen über Israel.