Smartphone-Test

Vivo X Fold6 lässt dich normale Smartphones vergessen

Großes Display, 200-MP-Kamera und viel Akku: Das Vivo X Fold6 bringt einiges mit und hat gute Argumente, klassische Smartphones hinter sich zu lassen.
Rene Findenig
07.10.2026, 15:33
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Während Samsung mit dem Galaxy Z Fold8 den Formfaktor von Foldables neu erfand und Apple mit dem iPhone Duo nachzog, bleibt man bei Vivo der Tradition des Designs treu. Das X Fold6 ist groß, schlank und sieht dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Für Österreich gibt es dennoch eine Premiere, denn der Vivo-Falter ist der erste, der offiziell hierzulande erscheint. Außen wirkt das Vivo X Fold6 wie ein normales, sehr schlankes Smartphone. Klappt man es auf, blickt man auf ein 8,02-Zoll-Display. Das Gerät ist ähnlich dimensioniert wie das Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra und vor allem dann praktisch, wenn du viel liest, mehrere Anwendungen gleichzeitig verwendest, Fotos ansiehst oder unterwegs mit Dokumenten arbeitest.

Gleichzeitig bleibt es ein spezielles Smartphone. Die Falte im inneren Bildschirm ist sichtbar und beim Wischen fühlbar. Dazu kommt ein Preis von 2.199 Euro für die europäische Variante mit 12 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 512 GB internem Speicher.  Beginnen wir mit dem Punkt, der beim X Fold6 sofort auffällt. Das Gerät ist für ein Foldable sehr dünn. Es misst zusammengeklappt 157,2 x 74,3 x 9,4 Millimeter. Aufgeklappt sind es 157,2 x 145,7 x 4,4 Millimeter. Das Gewicht liegt bei 228 Gramm. Zusammengeklappt ist es natürlich dicker als ein gewöhnliches Smartphone, aber der Unterschied fällt wenig dramatisch aus. Der Rahmen besteht aus Aluminium, die Rückseite je nach Farbvariante aus Fiberglas oder Glas.

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In Österreich darf man zwischen einem schwarzen und einem grünlich-blauen Modell wählen. Praktisch ist der seitlich integrierte Fingerabdrucksensor. Er sitzt im Einschaltknopf und reagiert zuverlässig. Beim Schutz hat Vivo ebenfalls einiges berücksichtigt. Das X Fold6 ist nach IPX8 und IPX9 gegen Wasser geschützt und besitzt zusätzlich IP5X-Staubschutz. Außen sitzt ein 6,51 Zoll großes LTPO-AMOLED-Display mit 2.528 x 1.120 Pixeln. Die Bildwiederholrate reicht von 1 bis 120 Hertz. Aufgeklappt stehen 8,02 Zoll und 2.504 x 2.312 Pixel zur Verfügung. Auch hier arbeitet ein LTPO-AMOLED-Panel mit bis zu 120 Hertz. Vivo nennt für beide Bildschirme eine extreme Spitzenhelligkeit von bis zu 5.000 Nits.

Flüssiges Multitasking macht richtig Spaß

Nutzt du das äußere Display, fühlt es sich wie ein normales Smartphone an und eignet sich für Nachrichten, kurze Recherchen, Navigation oder einen schnellen Blick auf soziale Netzwerke. Die hohe Bildwiederholrate sorgt dafür, dass Bewegungen flüssig wirken. Der Vorteil kommt beim Aufklappen. 8,02 Zoll sind groß genug, um Webseiten angenehmer zu lesen, längere Texte wirken weniger gedrängt und Fotos bekommen mehr Platz. Auch Dokumente profitieren davon. Wenn du unterwegs viel mit mehreren Apps arbeitest, verändert das Fold6 die Nutzung tatsächlich. Besonders sinnvoll ist das bei geteilten Ansichten. Zwei Apps nebeneinander sind auf dem großen Display praktisch, Vivo erlaubt sogar bis zu vier Apps gleichzeitig.

Das funktioniert besser, als man zunächst denkt. Eine Recherche auf der einen Seite, ein Dokument auf der anderen oder eine Nachricht neben einer geöffneten Webseite: Genau für solche Situationen wurde ein Foldable gebaut. Du musst weniger zwischen Anwendungen wechseln und siehst mehr Informationen gleichzeitig. Funktioniert das auch noch flüssig und fast selbsterklärend, wie es beim Vivo-Modell der Fall ist, macht das richtig Spaß. Bei Videos zeigt sich dagegen der Nachteil des Innendisplays im etwa1:1-Format. Viele Videos liegen im 16:9-Format vor, das führt zu freibleibenden Bereichen. Kurz: Der zur Verfügung stehende Platz lässt sich nicht ausnutzen. Für Lesen und Arbeiten ist die Form praktisch, für Videos weniger.

MediaTek-Chip ist allen Anforderungen gewachsen

Im Inneren arbeitet der MediaTek Dimensity 9500 Super Edition. Der Chip wird im 3-Nanometer-Verfahren gefertigt und wird von 12 GB Arbeitsspeicher unterstützt. International angeboten werden Kombinationen mit 256, 512 GB oder 1 TB Speicher und bis zu 16 GB Arbeitsspeicher. Der Speicher lässt sich nicht erweitern. Das X Fold6 reagiert schnell, Apps starten ohne lange Wartezeiten, zwischen geöffneten Anwendungen lässt sich zügig wechseln und auch auf dem großen Display bleibt die Bedienung flüssig. Auch Spiele stellen kein Problem dar. Die Leistungsreserven reichen selbst für die anspruchsvollsten Mobiltitel. Bei längerer hoher Belastung kann das Gerät spürbar warm werden, besorgniserregend zeigt sich das aber nicht.

Der Akku ist ebenfalls eine der größten Stärken, 6.900 Milliamperestunden (mAh) stecken im X Fold6. Damit fällt die Akkukapazität für ein faltbares Smartphone ungewöhnlich groß aus. Geladen wird mit bis zu 80 Watt per Kabel und bis zu 40 Watt kabellos. Reverse Charging ist ebenfalls möglich. Bei gemischter Nutzung mit beiden Displays ist die Ausdauer ordentlich. In einem Praxistest wurden zwischen voller Ladung und 10 Prozent Restakku fast 26 Stunden Bildschirmzeit gemessen. Heißt: Selbst bei Marathonanwendung und Intensivnutzung kommt man in jedem Fall über einen gesamten Tag, bei durchschnittlicher Nutzung werden es sogar zwei bis drei Tage sein, bevor der Falter ans Ladekabel muss.

Endlich ein Falt-Smartphone mit starker Kamera

Auf der Rückseite des X Fold6 sitzen drei Kameras. Die Hauptkamera löst mit 200 Megapixeln (MP) auf und verfügt über eine optische Bildstabilisierung. Dazu kommen eine 50-MP-Ultraweitwinkelkamera und eine 50-MP-Periskop-Telekamera mit dreifacher optischer Vergrößerung. Das Kamerasystem wurde gemeinsam mit Zeiss entwickelt. Die Hauptkamera liefert die stärksten Ergebnisse. Fotos wirken detailreich und zeigen auch bei schwierigen Lichtbedingungen einen breiten Helligkeitsbereich. Die Zeiss-Abstimmung sorgt nicht für einen völlig neutralen Look, sondern für eine bestimmte Bildcharakteristik. Das ist Geschmackssache, lässt sich aber gut über die verfügbaren Bildstile anpassen.

Sehr nützlich ist die Telekamera. Die 70 Millimeter entsprechende Brennweite bringt entfernte Motive näher heran, ohne sofort auf digitale Vergrößerung angewiesen zu sein. Für Porträts ist diese Brennweite ebenfalls interessant. Beim starken Digitalzoom sollte man dagegen genauer hinschauen. Die Software versucht, fehlende Bildinformationen zu ergänzen. Bei Landschaften kann das erstaunlich gut funktionieren. Bei Gesichtern, Schrift oder feinen Strukturen entstehen dagegen mit zunehmender Vergrößerung schneller unnatürliche Details. Besonders ab etwa zehnfacher Vergrößerung kann die künstliche Nachbearbeitung auffallen. Lob gibt es trotzdem: Das Vivo X Fold6 verfügt aktuell über das stärkste Kamerasystem eines Falt-Smartphones.

Sogar einen Telekonverter gibt es für das Fold6

Eine Besonderheit ist der optionale Vivo Zeiss Telephoto Extender Gen 2. Damit lässt sich die Kamera auf eine äquivalente Brennweite von 200 Millimetern erweitern. Das Zubehör wird über eine passende Hülle befestigt und lässt sich relativ schnell anbringen oder wieder abnehmen. Mit dem Telekonverter sind auch weitere digitale Stufen möglich. 400, 800 und 1.600 Millimeter werden angeboten. Mit zunehmender Vergrößerung nimmt die Bildqualität allerdings erfahrungsgemäß ab. Besonders die höchste Stufe sollte man deshalb eher als technische Demonstration verstehen und nicht als Ersatz für ein echtes Objektiv. Auch die beiden 20-MP-Frontkameras erfüllen ihren Zweck. Eine sitzt außen, eine im inneren Display.

Der vielleicht unterschätzteste Teil des X Fold6 ist allerdings nicht die Kamera, sondern die Software. OriginOS 7 Fold wurde auf die große Fläche angepasst. Die Benutzeroberfläche erlaubt es, Anwendungen nebeneinander oder in mehreren Fenstern zu verwenden. Die Origin-Workbench ist genau für diesen Zweck gedacht. Beim X Fold6 kannst du beispielsweise mehrere Anwendungen gleichzeitig öffnen und Inhalte zwischen ihnen verschieben. Das ist beim Recherchieren oder Arbeiten mit Dokumenten angenehm. Auch eine Kombination aus Browser, Notizen und Kommunikation funktioniert auf dem großen Bildschirm besser als auf einem normalen Smartphone.

Für den richtigen Nutzer ist das Vivo X Fold6 ein Traum

Zusätzlich unterstützt das Gerät Funktionen für Besprechungen und Dateien. Dazu gehören ein KI-Dateimanager und ein KI-Besprechungsassistent. Die Funktionen sollen unter anderem bei der Organisation von Dokumenten, Transkriptionen und Zusammenfassungen helfen. Auch ein Desktop-Modus ist vorgesehen. Das Smartphone kann per Kabel oder kabellos mit einem größeren Bildschirm verbunden werden. Zusammen mit Vivo Office Kit kann daraus eine Oberfläche entstehen, die stärker an einen klassischen PC erinnert. Die Größe des inneren Displays ist aber nicht in jeder Situation ein Vorteil. Für Texte, Fotos und Multitasking ist die große Fläche hervorragend. Für viele Videos wird sie dagegen nicht vollständig genutzt.

2.199 Euro sind für ein Smartphone eine Ansage. Beim X Fold6 bezahlt man nicht nur für Prozessor, Kamera und Speicher, sondern vor allem für die faltbare Technik und die beiden Displays. Das macht das Gerät zu einem Spezialisten und nicht automatisch zur besseren Wahl für jeden Smartphone-Nutzer. Das Vivo X Fold6 ist damit vor allem dann interessant, wenn du den großen Bildschirm wirklich nutzt. Wer ohnehin hauptsächlich Nachrichten schreibt, telefoniert, fotografiert und Videos schaut, braucht die zusätzliche Fläche nicht unbedingt. Wer dagegen unterwegs lesen, arbeiten, Fotos bearbeiten oder mehrere Anwendungen gleichzeitig verwenden will, bekommt mit dem Fold6 ein Gerät, das klassische Modelle vergessen lässt.

rfi,Akt. 07.10.2026, 15:43, 07.10.2026, 15:33
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