Fichte hat keine Zukunft mehr

Waldbäume passen sich schlechter an als bisher erhofft

Neue Daten zeigen: Bäume werden gegen Trockenheit kaum widerstandsfähiger. Das trifft auch Österreichs Wälder im Klimawandel.
Newsdesk Heute
24.08.2026, 21:57
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Österreich steckt in einer historischen Trockenphase. Laut vorliegenden Daten handelt es sich um die längste und intensivste Dürreperiode seit Beginn der Messgeschichte vor zumindest 176 Jahren. In der Landwirtschaft hat das bereits Millionenschäden verursacht. Doch auch die Wälder geraten massiv unter Druck.

Besonders betroffen sind Niederösterreich, Oberösterreich und die Südsteiermark. Ein sichtbares Zeichen: Vertrocknete Blätter liegen heuer deutlich früher als sonst am Boden. Biodiversitätsforscher Franz Essl von der Uni Wien spricht bereits von einer "veritablen Waldkrise" in weiten Teilen Mitteleuropas.

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Für den Herbst rechnet Essl mit drastischen Bildern. Man werde "wirklich viele tote Bäume im Wald sehen", warnte er. Ob sich geschädigte Bäume noch erholen können, hängt demnach stark davon ab, ob in den kommenden Wochen ausreichend Regen fällt.

Eine neue Analyse macht die Lage nun noch brisanter. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal PNAS; der "Standard" berichtete darüber. Ausgewertet wurden Daten aus 40 Experimenten auf mehreren Kontinenten, bei denen Niederschlag künstlich reduziert wurde. Das Ziel: herauszufinden, wie Bäume auf jahrelangen Trockenstress reagieren.

Das ernüchternde Ergebnis: Bäume verändern ihre hydraulischen Eigenschaften kaum. Gemeint sind jene inneren "Wasserleitungen", über die Wasser von den Wurzeln bis in die Krone gelangt. Auch wichtige Werte für Wassertransport und Photosynthese blieben weitgehend unverändert.

Embolien blockieren Wasserfluss

Besonders gefährlich sind sogenannte Embolien. Dabei entstehen Luftblasen in den wasserleitenden Gefäßen eines Baumes. Diese können den Wasserfluss blockieren – ähnlich wie ein Gerinnsel in einem Blutgefäß. Wird zu viel unterbrochen, kann ein Baum vertrocknen, selbst wenn im Boden noch Wasser vorhanden ist.

Die Studie zeigt: Unter Dürre sinkt zwar der Wassergehalt im Gewebe der Bäume. Ihre Widerstandskraft gegen solche Embolien steigt aber nicht. Damit wächst das Risiko schwerer Schäden mit jeder weiteren Trockenperiode.

Die Forschenden vermuten dahinter einen evolutionären Kompromiss. Bäume halten Photosynthese und Wassertransport möglichst lange aufrecht, um nach Regen rasch wieder wachsen zu können. Kurzfristig hilft das. Bei extremer Dürre kann genau diese Strategie aber gefährlich werden.

Fichte hat keine Zukunft

Für Österreich ist das ein deutliches Warnsignal. Die Fichte gilt in tieferen Lagen vielerorts bereits als "Baumart der Vergangenheit". Doch auch Buche, Esche und Schwarzkiefer zeigen regional Schäden. Selbst Arten, die als trockenheitsresistenter gelten, stoßen bei langen Hitze- und Dürrephasen an Grenzen.

Der Umbau der Wälder hin zu vielfältigeren Mischbeständen bleibt damit zentral. Forstbetriebe setzen bereits auf mehr Artenvielfalt und trockenheitstolerante Baumarten. Die neue Studie zeigt aber auch: Selbst solche Maßnahmen können die Folgen der raschen Erwärmung nur begrenzen.

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