AK warnt vor Kostenfalle

Wer diesen Handy-Fehler macht, zahlt heftig drauf

Wer seinen Handyvertrag ohne regelmäßigen Check über Jahre laufen lässt, zahlt deutlich mehr als er müsste. Das zeigt eine Analyse der Arbeiterkammer.
Team Wirtschaft
25.06.2026, 11:09
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Wer schon seit Jahren beim selben Anbieter hängt, sollte jetzt genauer hinschauen. Denn alte Verträge können durch sogenannte Wertsicherungsklauseln Jahr für Jahr teurer werden - auch dann, wenn Neukunden längst bessere Leistungen um ähnliches Geld bekommen. Das zeigt ein aktueller AK-Check zur Preisentwicklung von 199 Handytarifen bei 27 Anbietern.

Die AK rät deshalb dringend dazu, bestehende Verträge zu prüfen. Für viele Kunden könne ein Wechsel bares Geld bringen – oder zumindest mehr Leistung zum gleichen Preis.

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Viele zahlen mehr, als sie müssten

Am Handynutzungsverhalten hat sich laut AK in den vergangenen zwölf Monaten hingegen kaum etwas geändert. Ein durchschnittlicher Nutzer telefoniert weiter rund 175 Minuten im Monat, verschickt sechs bis acht SMS und verbraucht etwa zehn Gigabyte Datenvolumen ohne Flatrate. Bei Tarifen mit Flatrate liegt der Verbrauch im Schnitt bei rund 33 Gigabyte.

Für diese Durchschnittsnutzer sind die Preise bei den geprüften Anbietern fast gleichgeblieben. Nur spusu bietet laut AK für diese Gruppe einen Tarif an, der um zwei Euro günstiger ist als im Vorjahr. "Auch wenn die Handypreise auf den ersten Blick stabil erscheinen, kann ein alter Vertrag schnell zur Kostenfalle werden", sagt AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. Und: "Wer jahrelang beim selben Vertrag bleibt, verschenkt oft Geld."

Eine einzige Klausel macht alte Verträge teuer

Grund ist die sogenannte Wertsicherungsklauseln. Sie sorgen dafür, dass bestehende Verträge automatisch an die Teuerung angepasst werden können. Viele Kunden merken das erst, wenn die monatliche Rechnung wieder ein Stück höher ausfällt.

Bei sieben der untersuchten Anbieter sind solche Klauseln in vielen Tarifen vorgesehen. Bei 20 Anbietern gibt es sie laut AK nicht. Vor allem bei den großen Anbietern A1, Magenta und Drei seien diese Anpassungen weiter üblich. Diskonter wie yesss, HoT und spusu verzichten darauf. Auch die seit 2026 neuen Anbieter Hörbi und YELLLOW sehen solche Klauseln nicht vor.

Die extremen Sprünge der vergangenen Jahre sind zwar vorbei. 2023 lagen die Preissteigerungen noch bei bis zu 8,6 Prozent, 2024 bei bis zu 7,8 Prozent. 2025 und 2026 waren es jeweils rund drei Prozent. Harmlos ist das für die AK trotzdem nicht. "In Summe macht das Telefonieren, Simsen und Surfen dennoch deutlich teurer", sagt Zgubic.

Servicepauschale bei Neu-Verträgen Geschichte

Auch bei den Nebenkosten hat sich einiges getan. Aktivierungsgebühren und Servicepauschalen waren lange ein Ärgernis für viele Handykunden. Laut AK sind sie bei neuen Verträgen inzwischen weitgehend verschwunden.

Während 2024 noch sieben von 26 geprüften Anbietern einmalige Aktivierungskosten verlangten, waren es im Mai 2025 nur noch drei kleinere Anbieter. 2026 fordert nur mehr ein kleiner Anbieter tatsächlich Aktivierungsgebühren – in Höhe von 14,90 Euro. Zwei weitere Anbieter führen zwar Beträge von 1,99 Euro und 25 Euro an, verrechnen sie aktuell aber wegen Aktionen nicht.

Ebenfalls wichtig – die Handhabung der jährlich fälligen Servicepauschale. Laut Arbeiterkammer würden mittlerweile erfreulicherweise alle Anbieter darauf verzichten.

5G bereits in jedem zweiten neuen Tarif inklusive

Auch technisch hat sich der Markt bewegt. Bereits 53 Prozent aller neu angebotenen Mobilfunktarife unterstützen laut AK-Check 5G. Damit werden schnellere Verbindungen und kürzere Reaktionszeiten beim Surfen und Streamen möglich.

Mit den neuen Tarifen steigt oft auch das inkludierte Datenvolumen. Viele Angebote würden inzwischen sogar Daten-Flatrates enthalten. Laut AK nutzen die meisten Österreicher diese riesigen Pakete aber gar nicht vollständig aus. Wer also nur gelegentlich surft, zahlt womöglich für Leistung, die er nie benötigt.

So spart man beim Handytarif

Die AK empfiehlt vor einem Wechsel drei einfache Schritte. Zuerst solle man prüfen, welches Mobilfunknetz daheim und am Arbeitsplatz überhaupt gut funktioniert. Der billigste Tarif bringe nichts, wenn man keinen Empfang hat.

Danach solle man einen Blick auf alte Rechnungen werfen. Sie zeigen an, wie viel man tatsächlich telefoniert, simst und surft. Erst dann sollte man vergleichen – etwa mit dem AK-eigenen Handyrechner.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } Akt. 25.06.2026, 12:34, 25.06.2026, 11:09
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