Der Pfingstdienstag war für viele Schüler früher fix eingeplant: vier freie Tage rund um das lange Pfingstwochenende, bevor der Schulalltag wieder losging. Doch mittlerweile sitzen viele Kinder und Jugendliche genau an diesem Dienstag wieder im Klassenzimmer. Besonders Eltern wundern sich deshalb oft: Warum ist der Pfingstdienstag plötzlich nicht mehr automatisch schulfrei?
Lange galt in Österreich rund um Pfingsten eine klare Regelung: Vom Samstag vor Pfingsten bis einschließlich Pfingstdienstag war schulfrei. Schüler hatten dadurch gemeinsam mit Pfingstmontag ein verlängertes Wochenende. Mit der Einführung der österreichweiten Herbstferien änderte sich das allerdings schrittweise: Seit dem Schuljahr 2020/21 ist der Pfingstdienstag nicht mehr automatisch bundesweit unterrichtsfrei.
Der Hintergrund der Änderung: Durch die neuen Herbstferien zwischen Nationalfeiertag und Allerheiligen entstanden zusätzliche freie Tage im Schulkalender. Damit die Gesamtzahl der unterrichtsfreien Tage nicht zu stark ansteigt, wurden dafür andere freie Tage gestrichen. Betroffen davon waren unter anderem der Osterdienstag und der Pfingstdienstag.
Der Pfingstmontag bleibt weiterhin gesetzlicher Feiertag und damit schulfrei, der Dienstag danach ist aber regulärer Unterrichtstag.
Komplett verloren gegangen ist der freie Pfingstdienstag allerdings nicht überall. Schulen können weiterhin schulautonome freie Tage festlegen: Diese dürfen von den Schulen selbst bestimmt werden und werden meist vom Schulforum oder Schulgemeinschaftsausschuss beschlossen.
Deshalb haben manche Schulen auch heute noch am Pfingstdienstag frei, andere wiederum nicht. Das sorgt jedes Jahr aufs Neue für Verwirrung bei Eltern und Schülern.
Gerade für Familien war der zusätzliche freie Tag rund um Pfingsten praktisch. Viele nutzten das verlängerte Wochenende früher für Kurzurlaube oder Besuche bei Verwandten. Mit dem Wegfall des automatischen freien Dienstags wurde der Schulkalender zwar vereinheitlicht, gleichzeitig gingen aber auch einige der beliebten "Mini-Ferien" verloren.