Eltern-Kind-Pass startet

"Zahlreiche Fragen" offen – Ärzte schlagen Alarm

Beim Eltern-Kind-Pass gelten ab 1. Oktober neue Untersuchungen. Doch kurz vor dem Start warnt die Ärztekammer vor offenen Fragen bei der Umsetzung.
Newsdesk Heute
17.09.2026, 10:52
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Ab 1. Oktober gelten beim Eltern-Kind-Pass neue Untersuchungen und Beratungen. Doch kurz vor dem Start herrscht bei der Umsetzung offenbar noch Klärungsbedarf – die Ärztekammer warnt vor Problemen bei der Übergangslösung.

Eigentlich sollte der digitale Eltern-Kind-Pass bereits früher kommen. Um Schwierigkeiten beim Start zu vermeiden, wurde die verpflichtende Einführung jedoch um ein Jahr auf den 1. Oktober 2027 verschoben. Bis dahin ist eine analoge Zwischenlösung vorgesehen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Nun sorgen zwei Schreiben, die der "Krone" vorliegen, für Aufregung.

Zusätzliches Heft für neue Untersuchungen

Erst vor wenigen Tagen informierte das Gesundheitsministerium den Projektbeirat und damit auch die Ärzte über den geplanten Ablauf. Für die zusätzlichen Untersuchungen wurde demnach ein eigenes Zusatzheft erstellt.

Parallel dazu soll die elektronische Zentralplattform bereits ab 1. Oktober zur Verfügung stehen und Daten verarbeiten dürfen. Der elektronische Eltern-Kind-Pass selbst wird allerdings erst ein Jahr später verpflichtend eingeführt.

Die Ärztekammer reagierte intern mit deutlicher Kritik. Die entsprechenden Unterlagen seien "ohne Rücksprache mit der Österreichischen Ärztekammer" verschickt worden. "Weiterhin sind zahlreiche Umsetzungsfragen nicht geklärt", heißt es laut "Krone" in einem Schreiben an die Mitglieder.

Ärzte sehen offene Fragen

Dabei geht es auch um ganz praktische Fragen für Familien: Welche Dokumente erhalten Eltern ab dem 1. Oktober? Welche Nachweise werden künftig für das Kinderbetreuungsgeld benötigt? Und stehen überhaupt ausreichend gedruckte Pässe zur Verfügung?

Wiens Kurienobfrau Naghme Kamaleyan-Schmied kritisiert die Situation scharf: "Wenn ein jahrelang vorbereitetes Prestigeprojekt unmittelbar vor dem Start in eine improvisierte analoge Zwischenlösung kippt, läuft etwas grundsätzlich falsch."

Bereits im Juli hatte Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker vor einem überstürzten Start gewarnt und von einem "Big-Bang-Szenario" gesprochen. Kamaleyan-Schmied sieht die aktuelle Entwicklung kritisch: "Daraus ist nun ein ,Wir werden schon irgendwie improvisieren‘ geworden."

Staatssekretärin reagiert auf Kritik

Die zuständige Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) zeigt Verständnis für den Unmut über die Verzögerung.

"Ich verstehe den Ärger über die Verschiebung. Unser Gesundheitswesen hat bei der Digitalisierung dringenden Aufholbedarf, und dieses Projekt dauert bereits viel zu lange. Aber wir können es uns nicht leisten, das Vertrauen in den elektronischen Eltern-Kind-Pass zu gefährden, weil er in der Praxis nicht verlässlich funktioniert", so Königsberger-Ludwig zur "Krone".

Für Eltern und Ärzte soll sich an der Gültigkeit des bisherigen Passes zunächst nichts ändern. "Für Eltern und Ärzte ist klar: Der bestehende Eltern-Kind-Pass bleibt gültig. Ab 1. Oktober wird es einen erweiterten analogen Pass geben, in dem auch die neuen Untersuchungen und Beratungen dokumentiert werden können."

red,17.09.2026, 10:52