Neue Details in der Causa

Zeugin im Firmenauto – Spur führt zu ORF-Manager Strobl

Nach der Freistellung von ORF-Manager Pius Strobl werden weitere Vorwürfe bekannt. Auch eine Auto-Spur in der Causa Weißmann sorgt für Aufsehen.
Lara Heisinger
09.06.2026, 22:00
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Nach der Freistellung von ORF-Manager Pius Strobl werden weitere Details zu möglichen Compliance-Vorwürfen bekannt. Im Zentrum stehen dabei geschäftliche Verbindungen, private Bauprojekte und Überschneidungen mit laufenden Ermittlungen rund um die Causa Roland Weißmann.

Mehrere Meldungen an die Compliance-Stelle des ORF hatten am Montag zur Freistellung Strobls durch Generaldirektorin Ingrid Thurnher geführt. Welche konkreten Vorwürfe geprüft werden, wurde offiziell nicht bekannt gegeben.

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Private Bauarbeiten an ORF-Firma

Einer der Punkte betrifft laut Bericht private Bauarbeiten an Strobls Wohnhaus in Wien-Ottakring. Demnach soll eine Baufirma, die vom ORF in den vergangenen Jahren Aufträge in Höhe von rund 30 Millionen Euro erhalten hatte, auch Arbeiten an seinem Privathaus durchgeführt haben. Strobl erklärte dazu, die Kellersanierung sei ein Versicherungsfall gewesen. Da die Firma bereits vor Ort gewesen sei, habe er zusätzliche Arbeiten privat beauftragt und bezahlt – "Heute" berichtete.

ORF-intern sei damals aufgefallen, dass Strobl die Firma in einer E-Mail an die Generaldirektion besonders positiv hervorgehoben und für sie geworben habe.

Zudem steht Strobl gemeinsam mit Ex-ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im Fokus von Ermittlungen rund um angeblich verschleierte Pensionszusagen in Millionenhöhe. Ein Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Wien liegt dazu bei der Oberstaatsanwaltschaft.

Tätigkeiten während Krankenstand?

Ein weiterer Vorwurf betrifft Tätigkeiten während eines Krankenstandes. Kurz vor Weihnachten 2025 stellte Strobl als Geschäftsführer seiner Firma p+s consulting und communications GmbH einem Unternehmen namens Sakoyah Beteiligungsverwaltungs GmbH laut Bericht 2.400 Euro für Beratungs-, Kommunikations- und Strategieleistungen in Rechnung. Gegenüber dem "Profil" erklärte Strobl, die Leistungen seien von einem Mitarbeiter erbracht worden.

Besondere Aufmerksamkeit erhält nun eine Episode aus den Ermittlungen gegen jene ORF-Mitarbeiterin, deren Chats zum Rücktritt des damaligen Generaldirektors Roland Weißmann geführt hatten. Gegen die Frau wird im Zusammenhang mit der Affäre wegen Erpressung ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

ORF-Zeugin im Auto von Strobl Firma

Wie berichtet, wurde ihr Mobiltelefon im Rahmen einer verdeckten Ermittlung sichergestellt. Beamte sollen sich nach einer Handyortung in der Nähe eines Anwesens von Strobl positioniert haben. Kurz darauf sei die ORF-Mitarbeiterin in einem Mercedes erschienen.

Eine anschließende Zulassungsabfrage ergab laut Bericht, dass das Fahrzeug auf die Sakoyah Beteiligungsverwaltungs GmbH zugelassen war. Die Frau saß demnach selbst am Steuer, als die Ermittler einschritten und sie aufforderten, das Auto zu verlassen, berichtet die "Krone".

Bericht soll in kommenden Wochen vorliegen

Aus dem ORF hieß es zudem, der neu eingerichtete Transparenzbeirat unter der Leitung von Wirtschaftsanwältin Bettina Knötzl habe sich bereits kritisch mit verschiedenen beruflichen und privaten Überschneidungen Strobls beschäftigt. Ein Bericht zur Aufarbeitung mehrerer Compliance-Fälle soll weitgehend fertiggestellt sein und in den kommenden Wochen vorgelegt werden.

Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

{title && {title} } LH, {title && {title} } 09.06.2026, 22:00
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