Wer den ORF künftig führen soll, darüber haben Journalisten am Küniglberg bereits abgestimmt. Klare Favoritin der internen Befragung ist TV-Magazinchefin Lisa Totzauer.
Nach APA-Informationen erhielt Totzauer 51,3 Prozent der rund 600 abgegebenen Stimmen und setzte sich damit deutlich vor ihren Mitbewerbern durch. Auf Platz zwei landete APA-Chef Clemens Pig mit 18,0 Prozent. Den dritten Rang belegte Ex-ProSiebenSat.1Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker mit 13,0 Prozent.
Deutlich dahinter folgte Johannes Larcher. Der frühere HBO-Manager kam auf 9,6 Prozent der Stimmen.
Die Befragung hat allerdings keinen direkten Einfluss auf die Entscheidung über die ORF-Spitze. Redaktionsratsvorsitzender Dieter Bornemann hatte die Abstimmung im Vorfeld als reines "Stimmungsbild" bezeichnet. Vergleichbare Befragungen gibt es auch bei der Bestellung von Chefredakteuren.
Die eigentliche Entscheidung fällt erst am Donnerstag. Dann stimmen die 35 Mitglieder des ORF-Stiftungsrats über die Nachfolge an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Medienhauses ab.
Voraussetzung für die Teilnahme am Hearing ist die Unterstützung durch zumindest ein Mitglied des Stiftungsrats. Insgesamt neun Kandidaten verfügen derzeit über eine entsprechende Nominierung.
Neben Totzauer, Pig, Breitenecker und Larcher zählen dazu ORF-III-Co-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz, "Exxpress"-Herausgeberin Eva Schütz, Ex-ServusTV-Chefredakteur Robert Altenburger, die frühere ORF-Journalistin Sonja Sagmeister sowie Ex-ORF-Managerin Petra Höfer.
Auch wenn die interne Abstimmung keine formale Bedeutung hat, zeigt sie, wem die Mehrheit der ORF-Journalisten aktuell die Führung des Unternehmens zutrauen würde.