Richter hat entschieden

28. Februar 2019 17:29; Akt: 28.02.2019 17:36 Print

Haftbefehl! Doping-Arzt drohen 10 Jahre Gefängnis

Die Verdachtsmomente gegen den deutschen Sportmediziner Mark Schmidt haben sich erhärtet. Nach seiner Festnahme bleibt er in Haft.

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Österreichs Wintersport kommt nicht zur Ruhe. Im Rahmen der nordischen Ski-WM in Seefeld kam es zu einem Doping-Skandal. Nicht der erste in der jüngeren ÖSV-Geschichte. Ein Überblick in Bildern. Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City werden in einem ÖSV-Langlauf-Quartier Geräte für Bluttransfusionen gefunden. Sportdirektor Walter Mayer wird bis 2010 von Olympia ausgeschlossen. führen, im Zuge der Olympischen Winterspiele in Turin, italienische Carabinieri in den Quartieren der Biathleten und Langläufer Doping-Razzien durch. Pikant: Der eigentlich gesperrte Walter Mayer ist vor Ort. Wolfgang Rottmann (l.), Wolfgang Perner, Martin Tauber, Jürgen Pinter und Johannes Eder werden in der Folge lebenslänglich für Olympia gesperrt. wird Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann wegen Anwendung einer verbotenen Methode für zwei Jahre gesperrt. Er beendet daraufhin seine Karriere. Später wurde ihm die Beteiligung am Besitz und Betrieb einer Blutzentrifuge vorgeworfen. wird bei Langläufer Johannes Dürr, bei einer Trainingskontrolle in Österreich vor dem olympischen 50-km-Rennen, EPO nachgewiesen. Er ist geständig und wird nicht nur aus dem ÖOC-Team, sondern auch aus dem ÖSV ausgeschlossen. ÖSV-Langläufer Harald Wurm wird für vier Jahre gesperrt. Der Tiroler habe gegen diverse Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen, so habe er unter anderem auch die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verbotene Substanz Kobalt besessen und verwendet. Weiters habe er "intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden" angewandt. Bei einer Doping-Razzia während der Nordischen Ski-WM in Seefeld gab es insgesamt neun Festnahmen. Unter den des Dopings verdächtigten Sportlern sind auch die ÖSV-Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke. Die Ermittlungen laufen.

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Er gilt als Drahtzieher hinter dem Doping-Skandal rund um fünf festgenommene Langläufer bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld. Der deutsche Sportmediziner Mark Schmidt bleibt in Haft.

Im Zuge der Doping-Razzia mit dem Namen "Aderlass" war der 40-Jährige am Mittwoch gemeinsam mit einem Komplizen in Erfurt festgenommen worden. Sein Vater wurde zeitgleich als einer von zwei Doping-Helfern in Seefeld festgenommen.

Nun entschied ein Haftrichter, dass der Sportmediziner in Untersuchungshaft bleibt und zur zuständigen Staatsanwaltschaft nach München überstellt wird. Er wurde in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim gebracht. Das deutsche Anti-Doping-Gesetz sieht eine Haftstrafe bis zu zehn Jahren vor.

Schon in seiner Rolle als Radsport-Teamarzt war der Sportmediziner immer wieder mit Doping-Praktiken in Verbindung gebracht worden. Auch der überführte Doper Bernhard Kohl hatte Schmidt schwer belastet.

Der 40-Jährige gilt als Kopf des Doping-Rings, der zumindest fünf Jahre aktiv war, hatte sich in einer angemieteten Garage ein Doping-Labor eingerichtet. Bei der Razzia wurden neben Blutbeuteln auch eine für Eigenblutdoping nötige Zentrifuge sichergestellt.

Zusätzlich zu einer möglichen Haft drohen auch berufliche Konsequenzen. Die Landesärztekammer Thüringen plant bereits, dem 40-Jährigen die ärztliche Zulassung (Approbation) zu entziehen. "Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, werden wir mit aller Härte vorgehen", heißt es von Seiten der Kammer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Olli am 28.02.2019 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doping

    Komisch, für Kindesmissbrauch gibts 4,5 Jahre und für den Doping-Arzt gibts 10 Jahre. Ich glaub, da stimmt irgendwas nicht!

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  • Fritz der Fratz am 28.02.2019 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Geschichte

    Versuche hat man auch schon vor 80 Jahren gemacht. (aber nicht FREIwillig)

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Fritz der Fratz am 28.02.2019 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Geschichte

    Versuche hat man auch schon vor 80 Jahren gemacht. (aber nicht FREIwillig)

  • Olli am 28.02.2019 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doping

    Komisch, für Kindesmissbrauch gibts 4,5 Jahre und für den Doping-Arzt gibts 10 Jahre. Ich glaub, da stimmt irgendwas nicht!

    • Bernd Schuster am 28.02.2019 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Olli

      in diesen Land stimmt einiges nicht ! Wie heisst das Sprichwort ? Es ist was faul im Staate Dänemark

    • Albert L. am 28.02.2019 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Olli

      Bei Kindesmißbrauch gehts um nix?! bzw. nur ums Fußvolk, beim Doping gehts um Millionengeschäfte, der Herr Schröcksgier möchte in Ruhe seine Goldbarren zählen.

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