Eklat im ORF-Radio

"Anders gemeint" – Rudle rudert nach Gunkl-Sager zurück

Gerold Rudle entschuldigt sich nach seinen "liebenswert"-Aussagen zu Gunkl. Im ORF erklärte der Kabarettist später, er habe es "anders gemeint".
Newsdesk Heute
20.09.2026, 21:10
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In seinem Debüt-Roman "Kotzbrocken" beschreibt Gerold Rudle den tiefen Fall eines einst erfolgreichen Kabarettisten. Durch den Fall Gunkl wurde sein Erstlingswerk inzwischen von der Realität überholt und wurde auch für ihn zum Bumerang.

Auch der 63-Jährige sieht sich gerade ebenfalls einem Shitstorm ausgesetzt, nachdem er Günther Paal, den mutmaßlichen Täter von Marchtrenk und den "Teufel von Avignon", Dominique Pélicot, im ORF-Radio Niederösterreich als "liebenswerte Männer" bezeichnet hatte. In seinem weiteren Wortschwall zeichnete er das bizarre Bild eines "schlummernden Monsters" in uns – und ein jeder Mensch müsse "höllisch aufpassen", dieses nicht zu wecken.

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Der Aufschrei der Zuhörer ließ nicht lange auf sich warten. Gleich mehrere Veranstalter haben in Reaktion darauf anstehende "Kotzbrocken"-Lesungen abgesagt. Und das vielleicht auf lange Sicht, denn etwa die FPÖ Tulln will auch einen Auftritt im März 2027 gecancelt sehen.

In der ORF-III-Sendung "Kultur Heute" setzte Rudle Freitagabend an, seine Aussagen geradezurücken: "Ich möchte mich für meine Äußerungen entschuldigen. Das, was ich gesagt habe, ist meine Verantwortung, und dazu stehe ich. Aber natürlich war es anders gemeint."

Wie? "Ich habe in der Aufregung um dieses heikle Thema und die persönliche Bekanntschaft, die ich mit Günther 'Gunkl' Paal habe, einfach Dinge verschluckt", ruderte Rudle zurück. Er habe nicht sagen wollen, dass die Genannten immer noch liebenswerte Menschen sind, sondern, dass sie bis zum Bekanntwerden ihrer Taten als solche galten.

"Es läuft niemand herum und hat auf der Stirn tätowiert 'Achtung, ich bin ein pädophiler Sexualtriebtäter'", so der Kabarettist auf ORF III. "Ich wollte damit andeuten, dass man oft nicht in Menschen hineinschauen kann", er sei dabei aber so aufgeregt gewesen, dass er sich "in einen kompletten Strudel hineingeredet" habe.

"Durch nichts zu relativieren"

Auch auf Instagram veröffentlichte er am Samstag eine persönliche Stellungnahme: "Ich habe mich spontan zum Fall Günther Paal geäußert, weil ich Günther Paal als Kollege sehr lange kenne. Meine Wortwahl war unangemessen und konnte als Relativierung verstanden werden. Das bedaure ich zutiefst", schrieb er auf dem gemeinsamen Account mit seiner Ehefrau Monica Weinzettl.

Sexueller Missbrauch von Kindern sei "durch nichts zu relativieren oder zu entschuldigen", so Rudle weiter. Opferschutz müsse immer im Vordergrund stehen. "Ich weiß, dass dies die Wirkung meiner Worte nicht ungeschehen macht. Für meine missverständlichen Aussagen übernehme ich die Verantwortung und entschuldige mich aufrichtig."

red,Akt. 21.09.2026, 08:49, 20.09.2026, 21:10