Ein wenig Wein, Bier und etwas Süßes: Damit lassen sich nicht nur Menschen anlocken, sondern auch Asiatische Hornissen. Imker Martin Alfare erklärt, wie er die Tiere mit einem Lockstoff regelmäßig zu einer Falle lockt. Dort markiert er sie. Anhand der Zeit zwischen zwei Besuchen lässt sich abschätzen, wie weit das Nest entfernt ist.
Bei der Nahrungssuche seien die Hornissen nicht gefährlicher als jede andere Wespe, sagt Alfare. Für Menschen sei ihr Gift grundsätzlich nicht bedrohlicher als das ihrer heimischen Verwandten. Die Tiere seien mit einem Schiff aus China nach Europa gekommen, erklärt Elisabeth Ritter von der Inatura. Erstmals sei die Art 2005 in Frankreich aufgetaucht, wie orf.at berichtet.
Der Stachel der Asiatischen Hornisse sei allerdings eineinhalb Mal so lang wie jener der Europäischen Hornisse, sagt Imker Alfare. Außerdem verfügen die Tiere über einen Alarmmodus: Sobald sie eine Gefahr für ihr Nest wahrnehmen, greifen sie in großer Zahl an.
Nester sollten daher keinesfalls von Laien entfernt werden. Die Hornissen stechen nicht nur, sie spritzen auch Gift. Vor allem Bienenvölker sind durch die Asiatische Hornisse gefährdet. Bis zu 80 Prozent ihrer Nahrung bestehen aus Honigbienen.
Wer eine Asiatische Hornisse entdeckt, soll den Fund mit einem Foto an die Inatura in Dornbirn melden. Immer wieder würden Menschen die Tiere erkennen und melden, sagt Alfare. "Dann können wir relativ früh eingreifen." Auch Biologin Ritter bestätigt, dass täglich Meldungen eingehen. Allerdings handle es sich nicht bei jedem Fund tatsächlich um eine Asiatische Hornisse.
Nach Sichtungen fängt Alfare einzelne Tiere ein und versieht sie mit einem Sender. So lässt sich das Nest genauer lokalisieren. Im Juni wurde die invasive Art erstmals in Vorarlberg gesichtet. Damals entdeckte man zwei kleine Primärnester in Lustenau. Im Juli und August wurden immer wieder Tiere in Dornbirn gemeldet. Selbst wenn ungefähr bekannt sei, wo sich ein Nest befinde, sei die genaue Suche schwierig, erklärt Alfare.
Die kleinen Primärnester im Frühjahr sind noch gut zu finden. Die Sekundärnester hängen im Hochsommer jedoch weit oben in den Baumkronen. Darin leben 1.500 bis 2.000 Tiere. Bis sie entdeckt werden, sind die 150 bis 200 Jungköniginnen oft bereits ausgeflogen.
In den Dornbirner Stadtteilen Wallenmahd, Kehlegg und Grundegg wurde nach dreiwöchiger Suche jeweils ein Nest gefunden. Sie sollen nun vernichtet werden, um die weitere Ausbreitung der invasiven Art zu verhindern. Bei zwei Nestern rückt bereits am Donnerstag der Schädlingsbekämpfer an.
In Feldkirch-Tisis wurde bislang außer einem toten Tier an der Grenze zu Liechtenstein keine weitere Asiatische Hornisse gefunden. Nachweise gibt es neben Dornbirn auch in Dafins, heißt es vom Land gegenüber dem ORF Vorarlberg. Die Suche nach Nestern sei dort bisher aber erfolglos geblieben.
Weil die Nester hoch oben in den Baumkronen hängen, ist ihre Entfernung sehr aufwendig. Das Land Vorarlberg arbeitet eng mit einem Schädlingsbekämpfer und dem Imkerverband zusammen, um die Nester möglichst rasch zu entfernen. Sobald die Arbeiten in Dornbirn abgeschlossen sind, will das Land ausführlicher über die Nachweise der Asiatischen Hornisse in Vorarlberg und die gesetzten Maßnahmen informieren.
Die Asiatische Hornisse sei sehr anpassungsfähig, was Lebensraum und Nahrungsangebot betreffe, sagt Biologin Ritter. Außerdem habe sie keine Fressfeinde. Die Art in Europa vollständig auszurotten, sei vermutlich nicht mehr möglich, sagt Imker Alfare. Wichtig sei aber, ihre Ausbreitung einzudämmen.