Der Fund sorgt österreichweit für große Verunsicherung: In einem Babygläschen wurde Rattengift entdeckt. Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass es sich nicht um einen Einzelfall handeln könnte – deshalb läuft aktuell auch die Suche nach einem zweiten betroffenen Glas.
Wie genau das Gift in die Nahrung gelangte, ist noch unklar, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Ein HiPP-Sprecher bestätigt einen "externen kriminellen Eingriff". Kein Kommentar gibt es jedoch zu der Vermutung, dass das Unternehmen erpresst wird.
Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) zeigt sich tief betroffen und richtet im Ö1-Morgenjournal einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung: "Es ist zutiefst bestürzend, dass jemand offenbar bereit ist, aus kriminellen Motiven die Gesundheit von Babys zu gefährden. Ganz wichtig: Bitte, besondere Vorsicht, bevor nicht alles geklärt ist!"
Sie warnt auch: "Es kann nicht nur Babys betreffen!" Denn auch ältere Menschen oder Personen mit Beeinträchtigungen regelmäßig zu solchen Gläschen. Umso wichtiger sei es jetzt, genau hinzusehen, bevor ein Produkt konsumiert wird.
Für alle Käufer der HiPP-Produkte heißt es, aufpassen: Das Gläschen muss unbeschädigt und original verschlossen sein. Beim ersten Öffnen sollte ein deutlich hörbares "Plopp" oder "Klick" zu vernehmen sein – fehlt dieses Geräusch, ist Vorsicht geboten. Zusätzlich wird empfohlen, den Inhalt genau anzusehen und daran zu riechen. Auffällige Veränderungen bei Geruch, Farbe oder Konsistenz können ein Warnsignal sein.
Auch Johannes Pleiner-Duxneuner, Co-Geschäftsführer der AGES, unterstreicht die Bedeutung dieser Kontrollen im Alltag: "Bei Verdacht, das Gläschen auf jeden Fall nicht verzehren, auch wenn es woanders gekauft wurde."
"Wenn es Zweifel oder Unsicherheit gibt, bitte zögern Sie nicht, Hilfe zu holen. Es gibt die Notrufnummer 144, aber ich darf auch auf die Vergiftungsinformationszentrale hinweisen, die man unter 01 406 43 43 erreichen kann", betont Ministerin Schumann: "Bitte seien Sie vorsichtig!"
Die Behörden prüfen derzeit Chargen, Lieferketten und mögliche Manipulationen. Auch der Handel wurde sensibilisiert, entsprechende Produkte besonders genau zu kontrollieren.
Derzeit laufen Ermittlungen in vier Ländern. Der Hinweis auf die Vergiftung der Produkte kam Freitagnacht aus Bayern, wo sich der Verwaltungssitz von HiPP befindet. Neben Österreich sind auch die Behörden in Tschechien und der Slowakei aktiv, auch hier werden bereits verdächtige Gläschen untersucht.
Bisher ist erst ein Gläschen in Österreich aufgetaucht. Es wurde in Schützen am Gebirge (Bgld.) der Polizei übergeben. Es war in einem Spar-Markt in der nahen Landeshauptstadt Eisenstadt gekauft worden.
Die Supermarkt-Kette hat bereits reagiert und aus allen Filialen das gesamte HiPP-Sortiment aus den Regalen genommen, betroffene Kunden bekommen den Kaufpreis rückerstattet. Die vergifteten Gläschen sollen an der Unterseite mit einem weißen Pickerl samt rotem Kreis gekennzeichnet sein.