In Österreich sind die Preise im Großhandel im April 2026 deutlich gestiegen. Laut Statistik Austria lagen sie im April um 6,7 Prozent höher als im April des Vorjahres. Im Vergleich zum März stiegen sie um 1,1 Prozent. Damit hat sich die Teuerung im Großhandel wieder verstärkt. Im März hatte das Plus zum Vorjahr noch 5,4 Prozent betragen.
Besonders stark stiegen die Preise bei Heizöl, Gummi, Kunststoffen und Treibstoffen. Das ist nicht nur eine schlechte Nachricht für Händler. Denn Waren werden in der Regel zuerst im Großhandel gekauft, bevor sie später im Supermarkt, im Baumarkt, an der Tankstelle oder in anderen Geschäften landen und dort von den Endverbrauchern erstanden werden.
Wenn also Händler dort mehr zahlen müssen, kann das später auch für Kunden teurer werden. Nicht immer sofort und nicht immer in voller Höhe. Aber höhere Einkaufspreise erhöhen den Druck auf die Betriebe. Am Ende kann man das beim Einkaufen, Tanken oder Heizen spüren.
Manuela Lenk von Statistik Austria beschreibt es so: "Die Preisdynamik im österreichischen Großhandel hat sich im April 2026 weiter beschleunigt. Die stärksten Zuwächse gab es bei Heizöl. Hier legten die Preise innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte zu. Auch die Preise für Gummi und Kunststoffe in Primärformen sowie für Treibstoffe lagen jeweils mehr als 30 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen setzte sich der Preisauftrieb ebenfalls fort, jedoch nicht mehr in dem Ausmaß wie zuletzt."
Der stärkste Anstieg zeigte sich zuletzt in der Gruppe der sonstigen Mineralölerzeugnisse. Sie kosteten im April um unglaubliche 54,8 Prozent mehr als ein Jahr davor. Gummi und Kunststoffe in Primärformen verteuerten sich um 39,4 Prozent. Motorenbenzin inklusive Diesel lag um 32,3 Prozent über dem Vorjahreswert.
Damit kommen mehrere Bereiche zusammen, die für den Alltag wichtig sind. Teurere Treibstoffe können Transporte verteuern. Höhere Kosten bei Kunststoffen können Verpackungen betreffen. Steigende Preise bei Heizöl und anderen Energieprodukten belasten Haushalte und Betriebe. Großhandelspreise sind deshalb ein Frühwarnsignal: Sie zeigen, wo Kosten entstehen, noch bevor sie bei vielen Kunden direkt ankommen.
Starke Zuwächse gab es auch bei Uhren und Schmuck mit +14,5 Prozent, bei Nicht-Eisen-Metallen mit +13,8 Prozent und bei Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik mit +13,6 Prozent. Altmaterial und Reststoffe verteuerten sich um 10,5 Prozent.
Blumen und Pflanzen kosteten im Großhandel um 9,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze wurden um 9,6 Prozent teurer. Sonstige Maschinen und Einrichtungen legten um 9,5 Prozent zu. Eisen und Stahl verteuerten sich um 8,3 Prozent, feste Brennstoffe um 8,1 Prozent und Flachglas um 8,0 Prozent.
Weitere Anstiege meldete Statistik Austria bei Rohholz und Holzhalbwaren mit +7,3 Prozent, bei Fleisch und Fleischwaren mit +6,4 Prozent sowie bei Düngemitteln und agrochemischen Erzeugnissen mit +5,8 Prozent. Bei Büchern, Zeitungen und Zeitschriften waren es +5,5 Prozent, bei technischen Chemikalien +5,4 Prozent und bei Tabakwaren +5,0 Prozent.
Es gab aber auch Waren, die günstiger wurden. Getreide, Saatgut und Futtermittel kosteten um 12,8 Prozent weniger als im April des Vorjahres. Häute und Leder wurden um 3,4 Prozent günstiger. Schreibwaren und Bürobedarf gingen um 1,9 Prozent zurück, Papier und Pappe um 1,5 Prozent. Rundfunk-, Fernseh-, Aufnahme- und Wiedergabegeräte wurden um 1,4 Prozent billiger, lebende Tiere um 1,3 Prozent.
Insgesamt zeigt sich seit Jahresbeginn eine klare Bewegung nach oben. Im Jänner lagen die Großhandelspreise nur um 0,4 Prozent, im Februar um 1,1 Prozent über dem Vorjahr. Im März stieg es auf 5,4 Prozent, im April nun auf 6,7 Prozent.