So umgeht er Haftbefehl

Brisantes Treffen – Putin muss über NATO-Gebiet fliegen

Trump und Putin treffen sich in Budapest – trotz Haftbefehl gegen den Kreml-Chef. Für das Gipfeltreffen muss Putin einen riskanten Umweg fliegen.
Nicolas Kubrak
19.10.2025, 21:30
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Diplomatischer Showdown in Budapest! Schon bald sollen in der ungarischen Hauptstadt Donald Trump und Wladimir Putin zusammentreffen. Das kündigte der US-Präsident am Donnerstag an – "Heute" berichtete.

Haftbefehl gegen Putin

Für den russischen Machthaber könnte das Treffen zu einem politischen Drahtseilakt werden. Seit 2023 besteht gegen Putin Haftbefehl seitens des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), weswegen er in viele Länder gar nicht mehr einreisen kann – ohne Gefahr, festgenommen zu werden. Der Haftbefehl beruht auf dem Verdacht, dass der Kreml-Chef für Deportationen ukrainischer Kinder nach Russland verantwortlich sei.

Mit einem strategischen Schachzug hat der ungarische Regierungschef Viktor Orban Budapest zu einem sicheren Hafen für Putin gemacht. Im Mai 2025 hat Ungarn den Austritt aus dem Rom-Statut beschlossen, am 2. Juni 2026 wird dieser wirksam. Auslöser war der Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in Budapest. Auch gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor, Orban hatte den IStGH als "Mittel der Politik" bezeichnet.

Im April empfing Viktor Orban den israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu – auch gegen ihn liegt ein IStGH-Haftbefehl vor.
REUTERS

Putin muss über NATO-Gebiet reisen

Eine Ungewissheit bleibt allerdings bestehen: die Einreise. Bekannterweise hat die EU ihren Luftraum für russische Flugzeuge im Rahmen ihrer Sanktionen gesperrt. Ein Flug von Moskau nach Budapest über Belarus, die Ukraine, Polen und die Slowakei (gesamt ca. 1560 Kilometer Luftlinie) gilt also als ausgeschlossen. Theoretisch könnte die EU Ausnahmen für diplomatische Missionen erlauben, doch es gilt als unwahrscheinlich, dass Länder wie Polen einem russischen Staatsflug den Überflug erlauben würden.

Die wahrscheinlichere Option ist ein südlicher Korridor über das Schwarze Meer, die Türkei (NATO-Mitglied), Montenegro (NATO-Mitglied) und Serbien. Wie das Bündnis bzw. die einzelnen Mitgliedsstaaten auf die Reise Putins über ihr Gebiet reagieren, ist noch ungewiss.

3 Stunden länger

Klar ist: Sollte es keine EU-Sondergenehmigung geben, würde sich die Reisedauer des Putin-Fliegers massiv verlängern. Die Alternativstrecke über den südlichen Korridor wäre mehr als dreimal so weit wie die direkte Verbindung. Die Flugzeit würde sich demnach um drei Stunden verlängern.

Den Besuch von Putin in Budapest hatte auch Kreml-Sprecher Dimitrij Peskow als "ernsthafte logistische Herausforderung" bezeichnet.

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