Das sind die vier Verdächtigen im Mordfall Leonie (13)

In der Wiener Donaustadt wurde am Samstagmorgen (26.06.2021) eine leblose weibliche Person gefunden. Eine Reanimation verlief ohne Erfolg. Die Polizei untersucht die Hintergründe.
In der Wiener Donaustadt wurde am Samstagmorgen (26.06.2021) eine leblose weibliche Person gefunden. Eine Reanimation verlief ohne Erfolg. Die Polizei untersucht die Hintergründe.Video3
Weil sie einem 16-Jährigen blind vertraut hatte, musste Leonie aus Tulln sterben. Mittlerweile geht die Polizei von 4 Verdächtigen aus, 3 sind Haft.

Viel zu früh wurde Leonie aus dem Leben gerissen - im November wäre sie 14 geworden. Die 13-Jährige war am Freitag nicht nach Hause gekommen, wimmelte ihre besorgte Mutter (40) per WhatsApp einfach ab.

Afghane mit Koks und Ecstasy

Was dann genau passiert ist, ist noch nicht gesichert, jedoch hat die Polizei bereits ein ziemlich klares Bild vom Ablauf: Die junge Deutsch-Österreicherin war am Freitagabend mit ihrer besten Freundin (15) unterwegs, die 15-Jährige ging aber noch vor Mitternacht nach Hause ohne Leonie.

Leonie dürfte sich in Wien am Donaukanal (Flex-Gegend) aufgehalten haben, traf einen 16-jährigen Afghanen, wurde dabei noch von einem Freund (15) um 2 Uhr morgens gesehen. Der 16-Jährige dürfte dann mit Leonie in die Wohnung des 18-Jährigen nach Donaustadt gefahren sein. Dann erst soll der 23-Jährige dazugestoßen sein. Dann wurde offenbar Kokain und Ecstasy konsumiert, die Männer sollen Leonie missbraucht, getötet und an einen Baum abgelegt haben.

Drei von vier vorbestraft

Der 16-Jährige ist erst seit wenigen Monaten in Wien, ist unbescholten, seine Mutter und Schwester sind bereits länger in Wien. Der 18-Jährige war elf Mal polizeilich auffällig, hat drei Vorstrafen, wurde zu zehn Monaten bedingt verurteilt und nach zwei Monaten bedingt entlassen - mehr dazu hier.

Der 23-Jährige hatte 2015 um Asyl angesucht, war 2018 negativ bescheidet worden, wurde im November 2019 wegen geschlechtlicher Nötigung, versuchter Nötigung und Körperverletzung zu 24 Monaten teilbedingt verurteilt, saß sechs Monate in St. Pölten in Haft. Das Bundesverwaltungsgericht stellte im September 2020 das Verfahren ein (Anm.: weil Wohnsitz nicht feststellbar war - die Bewährungshilfe hatte aber sehr wohl seine Adresse), und damit trat für den Afghanen ein zweijähriger Abschiebeschutz in Kraft. Der 23-Jährige wechselte mehrere Male den Wohnsitz bzw. die Meldeadresse und trickste so die Behörden aus. 

Der 22-Jährige wird per EU-Haftbefehl gesucht, hat auch mehrere Vorstrafen. Über die drei Festgenommenen wurde ein Antrag auf U-Haft gestellt (JA Josefstadt), nach dem 22-Jährigen wird gefahndet. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

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