Anstieg um 26 Prozent

Koks, Gras – schwere Drogendelikte nehmen drastisch zu

Der "Lagebericht Suchtmittelkriminalität 2025" verzeichnet für Tirol einen starken Anstieg an Suchtmittel-Verbrechen. Cannabis und Kokain dominieren.
Österreich Heute
17.07.2026, 11:31
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Die Zahl der angezeigten Verbrechen rund um Suchtmittel ist in Tirol kräftig gestiegen: Im Jahr 2024 wurden 280 Anzeigen gezählt, ein Jahr später waren es bereits 352. Das entspricht einem Anstieg von 74 Anzeigen oder mehr als 26 Prozent. Zum Vergleich: Österreichweit betrug der durchschnittliche Anstieg nur 1,6 Prozent.

Bei den leichteren Vergehen gab es hingegen nur einen schwachen Anstieg von einem Prozent. Im Vorjahr wurden hier 3.472 Anzeigen erstattet, wie der ORF berichtet. Auch die sichergestellte Menge an Drogen ist gestiegen – mit einer Ausnahme: Nur bei Amphetamin gab es keinen Zuwachs. Besonders viel Heroin wurde beschlagnahmt.

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Am häufigsten konsumiert wird in Tirol weiterhin Cannabis, danach kommen Kokain und Amphetamin. Im aktuellen Drogenbericht wird darauf hingewiesen, dass sowohl die Nachfrage nach Kokain als auch dessen Qualität im Vergleich zu den letzten Jahren zugenommen haben. Generell sei kaum noch "gestrecktes" Material im Umlauf.

Internationale Szene

In der Suchtmittelszene gibt es Veränderungen: In Innsbruck hat sich die sogenannte "Nordafrikaner-Szene", die sich zeitweise aus dem öffentlichen Raum zurückgezogen hatte, wieder auf die Straße verlagert. Für die Auslieferung von Drogen werden vermehrt E-Scooter verwendet. Außerdem wurde festgestellt, dass Tatverdächtige aus den Maghreb-Staaten nicht mehr nur in Innsbruck aktiv sind, sondern auch in andere Bezirke Tirols ausweichen – Hotspot bleibt aber die Hauptstadt.

Neben österreichischen Staatsbürgern drängen immer mehr andere Nationalitäten auf den heimischen Markt, vor allem Leute aus dem Balkan, sowie deutsche, ungarische und türkische Staatsangehörige. Auch albanische und nordmazedonische Verdächtige sind zunehmend beteiligt.

Tiroler Kraut

Bei den Cannabisplantagen schaut die Lage anders aus: Diese werden in Tirol vor allem von Einheimischen angelegt und betrieben. Das dort gezüchtete Cannabiskraut sei laut Bundeskriminalamt von guter bis sehr guter Qualität, die Anlagen sind meist mit hochwertiger Ausrüstung ausgestattet.

Für das laufende Jahr wird laut Bericht in Tirol – abgesehen von einer möglichen Zunahme an Cannabis-Plantagen – nicht mit großen Veränderungen gerechnet. Gleichzeitig dürfte der Preis für Suchtmittel, besonders für Kokain, weiter sinken. Auswirkungen der Cannabislegalisierung in Deutschland auf die Situation in Tirol konnten im Jahr 2025 nicht festgestellt werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.07.2026, 11:31