Tierisch soziale Unterstützung

Fiaker-Clips aus Wien gehen viral! Alle haben Mitleid

Was Tierschützer seit Jahren versuchen, gelingt Influencern vielleicht schneller, denn in den Sozialen Medien gelangen Fiaker-Pferde unters Mikroskop.
29.06.2026, 10:08
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Immer mehr Videos von Privatpersonen und auch Touristen sammeln sich in den Sozialen Medien und Tierschutz-Clips machen in Turbo-Geschwindigkeit auf das Leid der Fiaker-Pferde in Wien aufmerksam. "Die Reaktionen und Kommentare sprechen eine klare Sprache, denn fast jeder fragt sich, weshalb im Jahr 2026 die Tradition mitten im heißen Straßenverkehr noch fortgesetzt wird", heißt es vom Österreichischen Tierschutzverein am Montag.

Auch die Tierschützer sind über die Empörung vieler Influencer erfreut und fordert einmal mehr die Organisation der Stadt Wien dazu auf: "Fiakerpferde raus aus dem Straßenverkehr!" Pferde würden einfach nicht (mehr) zwischen Autos, Busse und Straßenbahnen passen.

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Pralle Sonne und kein Hitzefrei

Wer in den vergangenen Tagen die Wiener Innenstadt besucht hat, konnte ein Bild beobachten, das viele Menschen irritiert hat. Am Stephansplatz standen die Fiakerpferde in der prallen Sonne. Während Kutscher unter Sonnenschirmen Schutz fanden, warteten die Pferde eingespannt auf die nächsten Fahrgäste. Erst wenn sich ein Fiaker mit Fahrgästen in Bewegung setzte, fuhr auch der restliche Konvoi weiter – oft nur wenige Meter.

Mitten in der prallen Sonne müssen die Fiaker im Konvoi am Stephansplatz auf Touristen warten.
©ÖTV

Noch bevor die Rundfahrt überhaupt begann, standen die Pferde bereits wieder im Stau der Rotenturmstraße zwischen Autos, Lieferverkehr und Straßenlärm. Diese Bilder wurden tausendfach kommentiert und geteilt. Die Reaktionen in den sozialen Medien zeigen für die Tierschützer deutlich: Was früher von manchen als "romantische Tradition" verklärt wurde, empfinden immer mehr Menschen heute als touristisches Relikt aus einer anderen Zeit.

Im 19. Jahrhundert war der Fiaker ein DAS öffentliche Verkehrsmittel, doch damals mussten sich die Pferde noch nicht gegen Autos und den Wiener Linien durchsetzen.

Die ursprüngliche Aufgabe der Fiaker existiert längst nicht mehr – übrig geblieben ist ein touristisches Angebot auf dem Rücken der Tiere, dessen gesellschaftliche Akzeptanz zunehmend schwindet.

Steppentier? JA! Aber Wien ist keine Steppe!

Immer wieder wird argumentiert, Pferde seien Steppentiere und extremen Temperaturen gewohnt. Dieser Vergleich greife jedoch zu kurz. Eine natürliche Steppe habe mit der Wiener Innenstadt wenig gemeinsam. Pferde würden hier auf rutschigem Asphalt statt auf nachgiebigem Erdboden stehen. Und sie bewegen sich zwischen Autos, LKWs und Straßenbahnen statt in weitläufigen Ebenen und stehen Sommer wie Winter stundenlang im Geschirr eingespannt, anstatt sich frei bewegen zu können, kritisiert der Tierschutzverein.

Ein trauriges Bild unterm Steffl.
©ÖTV

Tierschützer sammeln Unterschriften

Der Österreichische Tierschutzverein fordert die Stadt Wien auf, rasch auf die aktuelle Debatte zu reagieren und öffentlich Stellung zu beziehen. Kurzfristig braucht es ein ausnahmsloses Fahrverbot ab 30 Grad Celsius. Langfristig führt jedoch kein Weg daran vorbei, Fiakerpferde aus dem Wiener Straßenverkehr zu nehmen.

Unterschreibe auch du die PEDITION des Österreichischen Tierschutzvereins um der veralteten Tradition endlich ein Ende zu setzen.

"Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass nicht nur die Temperaturen steigen, sondern auch der Druck auf die Politik. Immer mehr Menschen fragen sich, warum Fiakerpferde im Jahr 2026 noch immer Touristen zwischen Autos und Staus durch Wien ziehen müssen. Diese Frage kann die Stadt nicht länger unbeantwortet lassen.", sagt Jakob Innauer, Kampagnenmanager vom Österreichische Tierschutzverein.

{title && {title} } tine,red, {title && {title} } 29.06.2026, 10:08
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