Hirnforscher verrät

Gewusst? Diese Gewohnheit raubt dir deine Willenskraft

Alles gleichzeitig erledigen und Zeit sparen? Ausgerechnet diese Alltagsgewohnheit kann uns mental ausbremsen.
Heute Life
11.09.2026, 20:47
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Eine Nachricht beantworten, nebenbei die Mails checken und gedanklich schon beim nächsten To-do sein: Multitasking gehört für viele längst zum Alltag. Schließlich fühlt es sich an, als würde man besonders viel auf einmal schaffen – doch genau dieser Eindruck kann täuschen.

In seinem Buch "Hirngeflüster" warnt Hirnforscher Martin Korte davor, ständig zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her zu springen. Denn damit beanspruchen wir ausgerechnet jenen Teil unseres Gehirns, den wir für Konzentration, bewusste Entscheidungen und Selbstkontrolle brauchen.

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Multitasking bringt den Stirnlappen an seine Grenzen

Eine E-Mail poppt auf, das Handy vibriert, währenddessen soll noch ein Text fertig werden. Was wir Multitasking nennen, ist bei anspruchsvollen geistigen Tätigkeiten meist ein rascher Wechsel der Aufmerksamkeit. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Arbeitsgedächtnis im Stirnlappen: Es hilft uns, Störreize auszublenden, Informationen kurzfristig bereitzuhalten und unsere Aufmerksamkeit auf ein Ziel zu richten. Dort verortet Korte auch einen wichtigen Zusammenhang mit unserer Willenskraft.

Wer ständig Aufgaben wechselt, fordert dieses System immer wieder neu. Untersuchungen zeigen laut Korte zudem, dass Menschen beim Versuch, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, länger brauchen und mehr Fehler machen können.

Warum darunter die Willenskraft leiden kann

Das Problem zeigt sich nicht nur bei der Arbeit. Korte versteht Willenskraft als Fähigkeit, kurzfristigen Verlockungen zu widerstehen, wenn sie unseren langfristigen Zielen entgegenstehen. Sind wir mental bereits damit beschäftigt, Nachrichten, Mails und andere Aufgaben gleichzeitig im Blick zu behalten, wird genau diese Selbstkontrolle zusätzlich beansprucht. Kurzfristige Belohnungen und Ablenkungen können es dadurch leichter haben.

Das Smartphone neben dem Laptop ist daher alles andere als harmlos: Schon die Erwartung, dass jederzeit eine neue Nachricht eintreffen könnte, kann Aufmerksamkeit binden und Stress erhöhen.

Handy weg, Mailprogramm zu

Die Gegenstrategie klingt überraschend simpel: weniger Ablenkungen zulassen. Statt das Smartphone griffbereit auf dem Schreibtisch liegen zu lassen, kann es helfen, es außer Sichtweite zu legen und Benachrichtigungen auszuschalten.

Auch das E-Mail-Postfach muss nicht permanent geöffnet sein: Wer Nachrichten gezielt zu bestimmten Zeiten kontrolliert, erspart sich zahlreiche Unterbrechungen und muss nicht ständig neu entscheiden, ob die eingehende Nachricht wichtiger ist als die aktuelle Aufgabe.

Wer eine Sache nach der anderen erledigt, gibt seinem Gehirn die Chance, sich wirklich darauf zu konzentrieren – und muss seine Willenskraft nicht ständig gegen die nächste Ablenkung verteidigen.

red,11.09.2026, 20:47
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