Wer im September oder Oktober eine stattliche Spinne im Badezimmer, Keller oder Wohnzimmer entdeckt, bekommt es häufig mit einer Hauswinkelspinne zu tun. Die langbeinigen Tiere wirken aufgrund ihrer Größe durchaus beeindruckend, sind für Menschen aber grundsätzlich harmlos.
Dass wir sie ausgerechnet im Herbst besonders oft sehen, hat vor allem mit der Paarungszeit zu tun: Geschlechtsreife Männchen verlassen ihre Verstecke und wandern auf der Suche nach Weibchen umher. Dabei gelangen sie durch offene Fenster, Türen, Kelleröffnungen oder kleine Spalten ins Haus.
Wer den ungebetenen Gast nicht im Wohnzimmer behalten möchte, kann ihn problemlos nach draußen befördern. Am einfachsten funktioniert das mit einem großen Glas oder Becher, der vorsichtig über die Spinne gestülpt wird. Ein Stück feste Pappe darunter schieben, das Ganze umdrehen und das Tier an einem geschützten Ort nahe dem Haus wieder freilassen. Spezielle Spinnenfänger ermöglichen das auch mit etwas mehr Abstand. Der Staubsauger ist dagegen keine tierfreundliche Lösung – für die Spinne kann die Prozedur tödlich enden.
Wer Hauswinkelspinnen möglichst draußen halten möchte, sollte vor allem ihre Zugangswege versperren. Fliegengitter an Fenstern und Lichtschächten, abgedichtete Spalten an Türen und Fenstern sowie feinmaschige Abdeckungen vor Kelleröffnungen helfen. Auch Ritzen und Fugen rund um Leitungen oder Mauerwerk können mögliche Eintrittspforten sein. Besonders bei gekippten oder geöffneten Fenstern finden die Tiere leicht ihren Weg ins Warme.
Wer sich überwinden kann, eine Hauswinkelspinne im Keller oder Abstellraum zu dulden, bekommt sogar einen kostenlosen Schädlingsjäger. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Fliegen, Mücken und andere kleine Gliederfüßer. Und obwohl die großen Tiere mitunter Respekt einflößen: Sie suchen weder die Nähe des Menschen noch wollen sie uns angreifen. Meist möchte der achtbeinige Herbstbesucher nur eines – möglichst ungestört seines Weges gehen.