Halloween steht vor der Tür und während sich die Menschen mit Kunstblut, Spinnweben und schaurigen Masken auf das Gruselfest vorbereiten, können einige Tiere darüber nur müde lächeln. Schließlich tragen sie ihren Horror-Look das ganze Jahr über! Manche besitzen messerscharfe Zähne, andere trinken Blut oder sehen aus, als wären sie gerade aus der Unterwelt gekrochen. "Heute-Tierisch" stellt zehn besonders unheimliche Bewohner unseres Planeten vor. Aber keine Sorge: Hinter vielen vermeintlichen Monstern verbergen sich faszinierende und völlig harmlose Lebewesen.
Er sieht aus, als hätte ihn ein Horrorfilm-Regisseur persönlich entworfen: Der Koboldhai (Mitsukurina owstoni) besitzt eine lange, schnabelartige Schnauze und einen Kiefer, den er blitzschnell nach vorn schleudern kann. Seine nadelartigen Zähne schnappen dabei nach ahnungslosen Beutetieren. Der seltene Tiefseebewohner lebt in mehreren Hundert Metern Tiefe und bekommt nur selten menschlichen Besuch. Zum Glück für alle, die bei seinem Anblick schreiend davonlaufen würden!
Riesige Ohren, hervorstehende Augen und ein erschreckend langer, knochiger Mittelfinger: Das Fingertier (Daubentonia madagascariensis) aus Madagaskar könnte problemlos als kleiner Dämon durchgehen. Doch sein seltsamer Finger hat einen genialen Zweck. Damit klopft der nachtaktive Lemur auf Holz, spürt versteckte Insektenlarven auf und angelt sie aus ihren Gängen. Wegen seines ungewöhnlichen Aussehens wird das bedrohte Tier mancherorts mit Unglück in Verbindung gebracht – völlig zu Unrecht!
Wer unter Spinnenangst leidet, sollte jetzt besser nicht nach unten scrollen! Die Goliath-Vogelspinne (Theraphosa blondi) gehört zu den schwersten Spinnen der Welt und kann mit ausgestreckten Beinen eine Spannweite von rund 30 Zentimetern erreichen. Ihr Körper ist dicht behaart, ihre Fangklauen sind beeindruckend. Obwohl sie giftig ist, gilt ihr Biss für gesunde Menschen normalerweise nicht als lebensbedrohlich. Zur Verteidigung kann sie allerdings reizende Brennhaare abstreifen.
Der Payara (Hydrolycus scomberoides) trägt seinen Spitznamen "Vampirfisch" nicht ohne Grund. Zwei gewaltige Fangzähne ragen aus seinem Unterkiefer und passen beim Schließen des Mauls in spezielle Aussparungen im Oberkiefer. Der südamerikanische Raubfisch jagt andere Fische und kann eine beachtliche Größe erreichen. Anders als ein echter Vampir saugt er jedoch kein Blut – seine Zähne dienen schlicht dazu, Beute festzuhalten.
Eine Nase wie ein außerirdisches Wesen! Der nordamerikanische Sternmull (Condylura cristata) besitzt rund um seine Schnauze 22 bewegliche, fleischige Hautanhänge. Damit tastet er seine Umgebung blitzschnell ab und erkennt sogar winzige Beutetiere. Seine außergewöhnliche Nase zählt zu den empfindlichsten Tastorganen im Tierreich. So gruselig sein Gesicht auch wirkt: Der kleine Insektenfresser ist vollkommen harmlos.
Dracula lässt grüßen! Die Gemeine Vampirfledermaus (Desmodus rotundus) ernährt sich tatsächlich von Blut. Mit ihren scharfen Zähnen verursacht sie eine kleine Wunde bei einem Säugetier und leckt anschließend das austretende Blut auf. Ihr Speichel enthält gerinnungshemmende Substanzen. Die Tiere leben in Mittel- und Südamerika und können unter anderem Tollwut übertragen. Trotz ihres schaurigen Speiseplans sind sie faszinierende soziale Tiere, die sogar Nahrung mit hungrigen Artgenossen teilen.
Lange Fangzähne, ein pechschwarzer Körper und ein leuchtendes Köderorgan: Der Schwarze Drachenfisch (Idiacanthus atlanticus) ist perfekt für ein Leben in der ewigen Dunkelheit der Tiefsee ausgestattet. Besonders die Weibchen wirken wie kleine Seeungeheuer. Sie können Licht erzeugen und besitzen ein beeindruckendes Gebiss. Die winzigen Männchen sehen dagegen völlig anders aus und nehmen als erwachsene Tiere keine Nahrung mehr auf.
Jetzt wird es wirklich unheimlich! Die parasitische Assel Cymothoa exigua dringt über die Kiemen in das Maul bestimmter Fische ein, setzt sich an deren Zunge fest und ernährt sich von Blut. Dabei kann die Zunge verkümmern. Die Assel nimmt anschließend deren Platz ein und dient dem Fisch gewissermaßen als funktioneller Ersatz. Klingt wie ein Science-Fiction-Horrorfilm, ist aber tatsächlich ein erstaunliches Beispiel für Parasitismus.
Kaum Haare, faltige rosa Haut und gewaltige Schneidezähne: Der Nacktmull (Heterocephalus glaber) ist wohl kaum ein Kandidat für den klassischen Schönheitswettbewerb. Die ungewöhnlichen Nagetiere leben in unterirdischen Kolonien in Ostafrika und besitzen eine bemerkenswerte Sozialstruktur mit einem fortpflanzungsfähigen Weibchen. Besonders faszinierend: Sie können außergewöhnlich alt werden und zeigen erstaunliche Anpassungen an sauerstoffarme Lebensräume.
Ein Schmetterling, der aussieht, als trüge er einen Totenkopf auf dem Rücken? Perfekter könnte ein Halloween-Tier kaum sein! Der Afrikanische Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) besitzt eine auffällige Zeichnung auf seinem Brustabschnitt, die an einen menschlichen Schädel erinnert. Bei Bedrohung kann der große Nachtfalter sogar quietschende Laute erzeugen. Besonders kurios: Er dringt gelegentlich in Bienenstöcke ein, um Honig zu stehlen. Auch in Österreich kann man dem faszinierenden Wanderfalter begegnen.
Ob Vampirfledermaus, Alien-Hai oder achtbeiniges Monster: Welches dieser zehn Tiere jagt dir den größten Schrecken ein? Stimme bei unserer großen Halloween-Umfrage ab und verrate uns, wer für dich den Titel "Gruseligstes Tier der Welt" verdient hat!
Eines sollten wir bei aller Gänsehaut aber nicht vergessen: Keines dieser Tiere ist böse oder absichtlich gruselig. Ihre außergewöhnlichen Körpermerkmale sind das Ergebnis von Millionen Jahren Evolution – und machen unsere Tierwelt erst so unglaublich faszinierend.