Ein wenig im Herbstlaub schnüffeln, neugierig die Nase in einen Laubhaufen stecken – für einen einjährigen English Springer Spaniel endete genau das im Burgenland tödlich. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, war der junge Hund bei einem Waldspaziergang offenbar mit einem Feuersalamander in Kontakt gekommen. Nur rund 50 Meter später begannen heftige Krämpfe. Innerhalb von etwa 15 Minuten war der Vierbeiner tot. Eine spätere Obduktion bestätigte laut Bericht die Vergiftung durch das Salamandergift.
Was viele Hundehalter nicht wissen: Der auffällig schwarz-gelb gefärbte Feuersalamander (Salamandra salamandra) produziert in speziellen Hautdrüsen ein hochgiftiges Sekret. Dieses enthält sogenannte Steroidalkaloide, darunter das starke Nervengift "Samandarin". Es kann schwere Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen und sogar Atemlähmungen verursachen.
Besonders gefährlich wird es, wenn Hunde einen Salamander ablecken, ins Maul nehmen oder hineinbeißen. Dabei können die Giftstoffe über die Schleimhäute aufgenommen werden. Auch ohne Biss kann das Tier sein Abwehrsekret abgeben. Ein bloßes Berühren mit intakter Haut ist hingegen nicht mit einer Giftaufnahme über das Maul gleichzusetzen.
Dass es sich keineswegs um einen Einzelfall handelt, zeigt ein weiterer tragischer Vorfall aus Kärnten. Bereits 2022 starb der nur 1,7 Kilogramm schwere Yorkshire Terrier "Samy", nachdem ihm ein Feuersalamander offenbar sein Gift direkt in Nase und Maul gespritzt hatte. Obwohl seine Besitzerin sofort versuchte, das Maul auszuwaschen, überlebte der kleine Rüde die Fahrt zum Tierarzt nicht.
Besonders kleine Hunde können durch die Giftmenge schwer gefährdet sein. Allerdings sind auch größere Vierbeiner nicht automatisch geschützt. Entscheidend sind unter anderem die aufgenommene Dosis und die Art des Kontakts.
Eine Vergiftung kann innerhalb weniger Minuten lebensbedrohlich werden. Typische Symptome sind starkes Speicheln, Schaum vor dem Maul, Erbrechen, Muskelzittern, Taumeln und heftige Krampfanfälle. Im schlimmsten Fall versagen Atmung und Kreislauf.
Wer beobachtet, dass sein Hund einen Feuersalamander ableckt oder ins Maul nimmt, muss sofort handeln. Umgehend den tierärztlichen Notdienst kontaktieren und den Hund in eine Tierklinik bringen. Ist der Vierbeiner bei Bewusstsein und kann sicher schlucken, können Giftreste vorsichtig mit lauwarmem Wasser aus dem Maul gespült werden. Bei Krämpfen oder Bewusstseinsstörungen darf keinesfalls Wasser ins Maul gegeben werden. Erbrechen sollte nicht ausgelöst werden.
Auch für das Pferd gibt es Risiken im Herbst! Klick dich durch:
So gefährlich das Sekret für Hunde sein kann, so wichtig ist es für das Überleben des Feuersalamanders. Weder ist das Tier aggressiv, noch greift es Hunde gezielt an. Sein Gift dient ausschließlich der Verteidigung gegen Fressfeinde.
Gerade an feuchten Herbsttagen sind die Amphibien in Wäldern, unter Laub und in der Nähe von Bächen unterwegs. Hunde sollten deshalb nicht unbeaufsichtigt in Laubhaufen stöbern oder nach den auffälligen Tieren schnappen. Am besten gilt für beide Seiten: Abstand halten!