Die Stimmung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) bleibt angespannt. Grund ist die geplante Lohnerhöhung von 4,2 Prozent für die Beschäftigten – deutlich über der Inflation!
Hinzu kommt die Mega-Gage von Kammerpräsident Harald Mahrer, der insgesamt – wie er selbst offenlegte – 342.000 € im Jahr verdient. Mahrer rechtfertigt seine hohen Bezüge mit "viel Verantwortung und persönlicher Haftung".
Die Ereignisse der Vorwoche führten zu einem Krisengipfel am Sonntag, die Länderchefs reisten zu WKO-Boss Mahrer nach Wien. Dem Vernehmen nach wurde stundenlang sehr kontrovers diskutiert. Beim Gipfel stellte der Kammerpräsident sogar die Vertrauensfrage. "Dieses Vertrauen wurde ihm dabei geschlossen und einstimmig ausgesprochen", sagte WKO-Generalsekretär Jochen Danninger am Sonntagabend. Ein offizielles Statement von Mahrer soll es am Montag geben.
ORF-Wirtschaftsressortleiterin Hanna Sommersacher erklärte im Ö1-Morgenjournal, was am Sonntag hinter den Kulissen passierte: "Es ist wenig nach außen gedrungen. Was wir wissen, ist, dass es um Fehleranalyse ging. Da ist alles auf den Tisch gekommen", so die Expertin. "Ich habe von Teilnehmenden gehört, dass es professionell, aber intensiv gewesen sei. Man hat mir mit Nachdruck versichert, dass niemand geschrien hat."
Es dürfte vor allem dabei gegangen sein, die schlechte Kommunikation zu besprechen, so Sommersacher. "In den Ländern hat man das Gefühl, dass man Fehler ausbügeln muss, die in Wien gemacht wurden. Trotzdem ist das Vertrauen in Harald Mahrer noch da."
Man habe sich für die zukünftige Zusammenarbeit darauf geeinigt, dass es strukturelle Änderungen braucht. "Vielleicht geht es aber doch noch um Mahrer selbst, seine Doppelbezüge bei Wirtschaftskammer und Nationalbank sind umstritten. Es ist offen, ob er vielleicht doch noch etwas zurücklegt", sagte Sommersacher. Näheres werde der WKO-Boss in seinem Statement bekanntgeben.