Bei seinem Auftritt beim FPÖ-Neujahrstreffen in Klagenfurt hat Bundesparteiobmann Herbert Kickl für Aufsehen gesorgt. In gewohnt radikaler Manier wetterte er gegen die Ampelregierung und ließ Tiefschläge nicht aus: Er wolle "die Verliererampel in die Luft sprengen und ihr die Lichter ausblasen". Ein Auftritt, der politische Gegner erzürnte, die scharf reagierten.
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim bezeichnete Kickls Ansprache als "aggressiven Rundumschlag": "Kickl kann nichts als Krawall, Randale und Hetze – Inhalte und Lösungen: null." Seltenheim erinnerte zudem an die früheren FPÖ-Regierungsbeteiligungen und warnte: "Mit der FPÖ ist kein Staat zu machen." Für die SPÖ sei es ein Glück, dass die FPÖ von Regierungsämtern fernbleibe – man selbst arbeite hart für Reformen in den Bereichen Mieten, Energie und Gesundheit.
Auch NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos zeigte sich schockiert über Kickls Auftritt: "70 Minuten Keppelei, keine einzige Lösung." Die NEOS forderten, dass die Politik wieder auf Sacharbeit statt auf Schaulust und Radikalisierung setzt. "Wir wissen nach dieser Rede nur, dass Kickl unbedingt die Macht in unserem schönen Land übernehmen will, am liebsten die absolute Macht. Aber welche Maßnahmen, welche 'klaren Entscheidungen' er dann treffen würde, ist er wie immer völlig schuldig geblieben", so Hoyos.
Die Grünen ließen ebenfalls keine Zweifel: Partei-Chefin Leonore Gewessler kommentierte, Kickl lebe davon, "dass es den Menschen schlecht geht" und die FPÖ lebe "von Angst, von Wut und davon, Menschen gegeneinander auszuspielen". Gewessler betonte zudem: Mit Kickls Hetze "wird keine Miete bezahlt, kein Einkauf billiger und kein Arbeitsplatz sicherer", er habe nichts als Parolen parat.
"Wer den Kompromiss verteufelt, hat Demokratie nicht verstanden. Das Leben in einer freien, demokratischen Gesellschaft braucht gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme auf Mitbürgerinnen und Mitbürger", so ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti.
"Dass FPÖ-Chef Herbert Kickl beides vollkommen fremd ist, hat er in seiner heutigen Rede selbst eingestanden, als er grundlegende demokratische Prozesse wie die Kompromissfindung als 'Grundübel des Landes' verunglimpft hat." Kickl fantasiere über die "Zerstörung der Grundfesten der Zweiten Republik", so der ÖVP-General.