Bei ihrem Besuch in Washington hat Europaministerin Claudia Bauer (ÖVP) den Austausch mit Vertretern beider großer US-Parteien gesucht. Im Kapitol traf sie mehrere republikanische und demokratische Kongressabgeordnete, um über die Beziehungen zwischen Österreich, Europa und den USA zu sprechen.
Zu den Gesprächspartnern zählten die republikanischen Abgeordneten Greg Murphy, Joe Wilson und Andy Harris sowie die Demokratin Debbie Wasserman Schultz.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die transatlantische Zusammenarbeit, wirtschaftliche Beziehungen sowie die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Auch Migration, Integration und der Schutz jüdischen Lebens wurden thematisiert.
"Gerade, wenn es zwischen Europa und den USA knirscht, müssen wir miteinander reden - offen, direkt und auf Augenhöhe. Die transatlantische Partnerschaft ist zu wichtig, um sie nur den aktuellen Schlagzeilen zu überlassen. Österreich wird seine Kontakte in Washington deshalb parteiübergreifend weiter vertiefen", sagte Bauer.
Mit Greg Murphy, Ko-Vorsitzendem des 2025 gegründeten Congressional Austria Caucus, und Debbie Wasserman Schultz sprach Bauer über den weiteren Ausbau der Beziehungen zwischen Österreich und dem US-Kongress sowie über Maßnahmen gegen Antisemitismus.
Mit Joe Wilson, Mitbegründer und Ko-Vorsitzendem des EU Caucus im Repräsentantenhaus, standen vor allem die Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten sowie die internationale Sicherheitslage im Fokus.
Ein weiterer Schwerpunkt war die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die USA sind der wichtigste Exportmarkt Österreichs außerhalb Europas. Nach Angaben des Ministeriums sichern österreichische Unternehmen in den Vereinigten Staaten mehr als 60.000 Arbeitsplätze.
"Hinter unseren Wirtschaftsbeziehungen stehen nicht nur Zahlen, sondern Betriebe und Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks. Diese Erfolgsgeschichte wollen wir ausbauen. Dafür brauchen unsere Unternehmen stabile und verlässliche Rahmenbedingungen statt neuer Unsicherheit", so Bauer.
Mit dem republikanischen Abgeordneten Andy Harris sprach die Ministerin über Migration und Integration. "Gelungene Integration bedeutet, Deutsch zu lernen, arbeiten zu gehen und unsere Werte zu respektieren. Integration ist eine Verpflichtung, kein Angebot."
Gemeinsam mit Debbie Wasserman Schultz erörterte Bauer außerdem den Schutz jüdischen Lebens sowie die hohe Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich, den USA und anderen Teilen der Welt.
Auch der Krieg in der Ukraine war Thema der Gespräche. Bauer bekräftigte dabei das Ziel eines dauerhaften, gerechten und umfassenden Friedens. Friedensverhandlungen müssten die Ukraine, die USA und Europa aktiv einbeziehen. Zudem wurden die jüngsten Eskalationen im Nahen Osten sowie deren humanitäre, sicherheitspolitische und wirtschaftliche Folgen angesprochen.