Bei ihrem Auftritt vor den Vereinten Nationen hat Europa- und Jugendministerin Claudia Bauer (ÖVP) mehr politische Beteiligung junger Menschen eingefordert.
Bauer vertrat Österreich am Dienstag bei der Generaldebatte des Hochrangigen Politischen Forums für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Im Mittelpunkt ihrer Rede standen die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele bis 2030 sowie die stärkere Einbindung junger Menschen in politische Entscheidungen.
"Junge Menschen dürfen nicht zuschauen, während andere über ihre Zukunft entscheiden. Wer morgen mit den Folgen leben muss, muss heute mitreden und mitgestalten können. Ihre Ideen, ihre Energie und ihr Mut sind unverzichtbar, wenn wir unsere Gesellschaft voranbringen wollen", betonte Bauer.
Nach Ansicht der Ministerin dürfen die globalen Nachhaltigkeitsziele nicht bloß auf internationaler Ebene bestehen bleiben. Entscheidend sei ihre Umsetzung in Städten und Gemeinden – etwa in den Bereichen Energie, Mobilität, Infrastruktur und gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Österreich wolle deshalb die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Gemeinden sowie der Zivilgesellschaft weiter ausbauen und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene stärken.
Im Rahmen eines Arbeitsgesprächs mit Felipe Paullier, Beigeordneter UN-Generalsekretär für Jugendfragen und Leiter des UN-Jugendbüros, standen die politische Beteiligung junger Menschen, digitale Inklusion und der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet im Mittelpunkt.
Dabei warnte Bauer auch vor einer zunehmenden Verrohung der Debattenkultur, insbesondere in sozialen Medien. "Junge Menschen sollen den Mut haben, ihre Meinung zu sagen, auch dann, wenn sie nicht allen gefällt. Wir müssen wieder mehr miteinander reden, statt einander sofort abzustempeln", sagte Bauer.
Nach Ansicht der Ministerin beginne "Cancel Culture" dort, wo Menschen wegen einzelner Aussagen oder abweichender Meinungen persönlich ausgegrenzt würden, anstatt über Argumente zu diskutieren. Gleichzeitig betonte sie, dass Hass, Diskriminierung oder persönliche Angriffe dadurch nicht verharmlost werden dürften.
Bauer und Paullier tauschten sich außerdem über Medienkompetenz, kritisches Denken und digitale Selbstbestimmung junger Menschen aus. Österreich wolle diese Bereiche weiter stärken und gleichzeitig den Schutz Minderjähriger auf sozialen Plattformen verbessern.
In diesem Zusammenhang verwies die Ministerin erneut auf die Pläne der Bundesregierung für ein Mindestalter bei der Nutzung sozialer Medien.
Mit ihrem Besuch in New York setzte Bauer nach Angaben ihres Ministeriums zudem ein Zeichen für internationale Zusammenarbeit. Nach der Wahl Österreichs in den UN-Sicherheitsrat für die Jahre 2027 und 2028 wolle sich die Bundesregierung als verlässlicher Partner für Dialog, Frieden und gemeinsame Lösungen einbringen.