An Mexiko-Grenze

Mit Laser: US-Militär schießt eigene Drohne ab

Peinlicher Zwischenfall an der US-Grenze zu Mexiko: Das Pentagon schoss eine Drohne ab – offenbar ein eigenes Fluggerät der Grenzschutzbehörde.
Lara Heisinger
27.02.2026, 14:59
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Ein Zwischenfall an der Grenze zu Mexiko sorgt in den USA für Aufsehen: Das US-Verteidigungsministerium hat dort eine Drohne abgeschossen – offenbar ein Fluggerät der eigenen Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP).

Wie die "New York Times" unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete, ereignete sich der Vorfall nahe Fort Hancock im Bundesstaat Texas. Demnach kam ein Hochenergie-Laser zum Einsatz. Der Luftraum wurde vorübergehend eingeschränkt. US-Behörden hatten zunächst nicht offiziell über den Abschuss informiert, die Zeitung machte den Fall publik.

Drohne als "unbekannt" eingestuft

Nach Informationen der "New York Times" soll die Grenzschutzbehörde das Militär nicht darüber in Kenntnis gesetzt haben, dass in dem Gebiet eine eigene Drohne gestartet werden sollte. Für das Militär sei das Fluggerät daher als unbekannt eingestuft worden.

Das US-Militär bestätigte später gegenüber dem Sender CBS einen Abschuss, äußerte sich jedoch nicht dazu, ob es sich um eine eigene Drohne handelte. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums, der CBP und der US-Luftfahrtbehörde (FAA) sei ein "anscheinend bedrohliches unbemanntes Luftfahrzeug" im militärischen Luftraum neutralisiert worden. Der Vorfall habe sich "weit entfernt von bewohnten Gebieten" abgespielt, zivile Flugzeuge seien nicht betroffen gewesen.

Nicht der erste Zwischenfall

Bereits Anfang Februar hatte es in der Region einen ähnlichen Zwischenfall gegeben. Damals feuerte die Grenzschutzbehörde mit einem vom Militär bereitgestellten Lasersystem auf ein Objekt, das zunächst für eine Drohne mutmaßlicher mexikanischer Drogenkartelle gehalten worden war. US-Medienberichten zufolge stellte sich später heraus, dass es sich um einen Partyballon handelte. Auch in diesem Fall wurde der Luftraum zeitweise eingeschränkt.

In einer Mitteilung hieß es, die Behörden arbeiteten auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump "in beispielloser Weise" zusammen, um Drohnenbedrohungen an der Grenze zu Mexiko abzuwehren. Zudem arbeite man "an einer verstärkten Zusammenarbeit und Kommunikation, um solche Vorfälle künftig zu verhindern".

Scharfe Kritik von Demokraten

Scharfe Kritik kam von mehreren demokratischen Abgeordneten. Auf der Plattform X zeigten sie sich fassungslos darüber, dass das Verteidigungsministerium eine Drohne der Grenzschutzbehörde mit einem Hochenergie-System zur Drohnenabwehr abgeschossen habe.

Sie werfen dem Weißen Haus vor, einen überparteilichen Gesetzentwurf zur besseren Ausbildung der Drohnenabwehrkräfte sowie zur engeren Abstimmung zwischen Pentagon, Heimatschutzministerium und Luftfahrtbehörde umgangen zu haben. Der Vorfall sei "das Ergebnis dieser Inkompetenz".

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