Wenige Tage nach Beginn der Angriffe zwischen den USA, Israel und dem Iran stand in New York nicht Militär, sondern Diplomatie im Fokus. Melania Trump übernahm am Montag den Vorsitz einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats – als erste First Lady in der Geschichte.
Thema der hochrangigen Zusammenkunft war der Schutz von Kindern sowie die "Rolle von Bildung bei der Förderung von Toleranz und Frieden in der Welt". Während in der Nahost-Region weiter gekämpft wird, sorgte der Auftritt international für Reaktionen. Der Iran bezeichnete ihn als "beschämend und heuchlerisch".
Bereits vor Beginn der Sitzung hatte Irans UN-Botschafter Amir Saeid Iravani Kritik geäußert. Er monierte, dass die USA "am ersten Tag ihrer Präsidentschaft im Sicherheitsrat eine hochrangige Sitzung zum Schutz von Kindern einberufen haben".
Hintergrund ist die jüngste Eskalation: Am Samstag hatten die USA und Israel einen Großangriff auf den Iran gestartet. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Ziele in Israel und mehreren Golfstaaten.
Von der Kritik aus Teheran ließ sich Melania Trump nichts anmerken. Die 55-Jährige erschien in grauem Kostüm und High Heels, eröffnete die Sitzung mit einem Hammerschlag und dankte zunächst Großbritannien für dessen einmonatige Präsidentschaft im Sicherheitsrat. Im März haben die USA den rotierenden Vorsitz inne.
Später wandte sie sich erneut an den vollbesetzten Saal und gedachte offenbar gefallener US-Soldaten. "Den Familien, die ihre Helden verloren haben, die ihr Leben für die Freiheit geopfert haben, wird ihre Tapferkeit und Hingabe für immer in Erinnerung bleiben", sagte sie.
Zum Schwerpunkt der Sitzung erklärte sie: "Gesellschaften, die von Wissen und Weisheit geleitet werden, sind friedlicher." Zudem versicherte sie, die USA stünden an der Seite der Kinder weltweit. "Ich hoffe, dass der Frieden bald euch gehören wird", sagte sie – ohne auf die aktuellen Angriffe im Nahen Osten einzugehen.
Lob kam aus Europa. "Danke, Frau Präsidentin", sagte die griechische UN-Botschafterin Aglaia Balta. Frankreichs Botschafter Jérome Bonnafont zog sogar einen historischen Vergleich und sprach von einer "Ermutigung". Er stellte Melania Trump in eine Reihe mit der früheren First Lady und Aktivistin Eleanor Roosevelt.
Es ist das erste Mal, dass die Ehefrau eines amtierenden US-Präsidenten eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats leitet. Melania Trump werde damit "in die Geschichte eingehen", hatte ihr Büro im Vorfeld betont.
Kritische Stimmen richten sich indes gegen Präsident Donald Trump. Ihm wird vorgeworfen, mit einem neu geschaffenen "Friedensrat" den UN-Sicherheitsrat schwächen zu wollen. Zudem verweisen Kritiker auf Zahlungsrückstände der USA an die Vereinten Nationen in Höhe von mehr als vier Milliarden Dollar. Auch aus der Unesco sind die Vereinigten Staaten ausgetreten, die Zusammenarbeit mit der UN-Sonderbeauftragten für Kinder in bewaffneten Konflikten wurde beendet.