Thurnher macht Druck

Neue ORF-Chefin räumt auf: "Laut und unangenehm"

Die neue ORF-Chefin Ingrid Thurnher kündigt eine harte Aufklärung an. Ein unabhängiger Beirat soll brisante Berichte neu bewerten.
Newsdesk Heute
25.04.2026, 13:26
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Mit 31 von 35 Stimmen wurde Ingrid Thurnher am Donnerstag zur neuen Generaldirektorin des ORF ernannt. Ihre Amtszeit ist zunächst bis Ende 2026 angesetzt und erfolgte nach dem Rücktritt von Roland Weißmann.

Trotz der breiten Zustimmung im Stiftungsrat spürt Thurnher nach der Wahl "Gegenwind". Dieser würde immer kommen, "wenn man harte Kante zeigt", so die Generaldirektorin im Ö1 Mittagsjournal. "Jetzt ist Zeit für Transparenz und Aufklärung, damit wir nachher ohne diese schädigenden Schlagzeilen dastehen können als ORF. Ich habe sehr klar gemacht, wofür ich stehe und was ich vor habe."

"Laute und unangenehme" Aufarbeitung

Die Aufarbeitung werde "laut und unangenehm" werden. Thurnher selbst habe bereits genug von "laut und unangenehm, aber es werden möglicherweise noch unangenehme Schritte folgen müssen, wenn wir unsere jüngere Vergangenheit aufarbeiten wollen."

Konkret soll ein Transparenzbeirat mit unabhängigen Experten die Compliance-Berichte prüfen. Erst nach einer Einschätzung, Einordnung und klaren Empfehlungen des Beirats, würden laut Thurnher konkrete Schritte gesetzt werden.

"Dann reden, wenn es etwas zum Sagen gibt"

Ähnlich werde so auch mit den kritischen Prüfberichten zu ORF-III-Chef Peter Schöber und Ex-ORF-NÖ-Direktor Robert Ziegler umgegangen. "Wir schauen uns Dinge an, die umstritten sind und zu denen es neue Hinweise gibt, und ordnen diese neu ein. Es ist mir auch wichtig, dass das jetzt eine Stelle macht, die völlig unabhängig, völlig weisungsfrei und außerhalb des ORF arbeitet und uns ihre Einschätzungen dann geben kann", so die Generaldirektorin.

Gleichzeitig betont Thurnher, dass sie sich davor nicht zu möglichen Konsequenzen äußern wird: "Wenn es Entscheidungsgrundlagen gibt, kann ich mich äußern, vorher nicht". Ganz unter ihrem Wahlspruch: "Dann reden, wenn es etwas zum Sagen gibt."

Chats nicht gelesen

In der Causa rund um veröffentlichte Chatnachrichten von Weißmann stellt die ORF-Chefin klar, dass der Compliance-Bericht "keine Chats, kein Material, keine Fotos und keine Audiodokumente oder Ähnliches enthält".

Brisant: Thurnher selbst hat die Chats nicht gesehen. "Ich habe aus dem, was ich in verschiedenen Zeitungen gelesen habe, einen eindringlichen Eindruck gewonnen, was da abgegangen ist." Zudem äußert sich die ORF-Chefin "schockiert darüber", was sie gelesen hat.

Ab 1. Mai wird der Posten des Generaldirektors ausgeschrieben. Ob sich Thurnher dafür bewerben wird, habe sie noch nicht entschieden. Sollte eine neue Person den Posten übernehmen, werde sie diese natürlich unterstützen. "Wir müssen auf unseren ORF schauen, dafür bin ich jetzt da und das werde ich tun – egal ob es für 8 Monate oder für weitere Jahre ist."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 25.04.2026, 13:38, 25.04.2026, 13:26
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