Hoffnung für 500 Landwirte

Neue Wende! Firma will Gemüsebauern im Marchfeld retten

Nach dem Ardo-Aus im Marchfeld bietet Agrana Hilfe an. Eine neue Tiefkühlfabrik könnte hunderten Gemüsebauern die Existenz sichern.
15.10.2026, 14:49
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Die geplante Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf (Gänserndorf) sorgt weiter für Aufregung. 190 Mitarbeiter und 50 Leiharbeiter verlieren ihren Job, rund 500 landwirtschaftliche Betriebe bangen um ihre Zukunft – "Heute" berichtete ausführlich. Doch jetzt keimt Hoffnung auf: Der heimische Lebensmittelkonzern Agrana bietet Unterstützung an.

Wie die "Krone" berichtet, könnte das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Leopoldsdorf im Marchfeld zur Rettung für die betroffenen Gemüsebauern werden.

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Agrana-Chef bringt Genossenschaft ins Spiel

"Wir haben einen Standort in Leopoldsdorf, der mitten im Marchfeld liegt. Wenn es zu einer Gesamtlösung kommt, könnten wir einen interessanten Beitrag leisten", erklärt Agrana-Chef Stephan Büttner gegenüber der "Krone".

Seine Idee: Die Bauern könnten eine Genossenschaft gründen und gemeinsam eine neue Tiefkühlgemüse-Produktion aufbauen. Damit wäre die Abnahme ihrer Ernte langfristig gesichert.

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Agrana könnte dafür rund 30 Hektar Grund sowie bestehende Infrastruktur bereitstellen. Stromnetz, Kläranlage und freie Flächen wären ein großer Vorteil.

Neue Fabrik könnte 100 Millionen Euro kosten

Billig wäre die Rettung allerdings nicht. Büttner rechnet mit Investitionen von bis zu 100 Millionen Euro. Durch die vorhandene Infrastruktur könnte das Projekt günstiger werden. Klar ist aber auch: Agrana selbst will keine Tiefkühlfabrik betreiben. "Das ist nicht unser Geschäft. Ganz klar nicht", betont Büttner in der "Krone". Gespräche mit der Politik sollen bereits laufen.

Für die Bauern steht enorm viel auf dem Spiel. Auf rund 3.300 Hektar werden im Marchfeld unter anderem Erbsen, Spinat und Karotten angebaut. Allein 2025 lieferten die Betriebe 40.000 Tonnen Gemüse im Wert von 18,5 Millionen Euro an Ardo.

Petition hat bereits über 35.000 Unterschriften

Der belgische Konzern hält unterdessen weiter am Aus fest. Bis August 2027 soll das Werk geschlossen werden. Ardo verweist auf jährliche Verluste von fünf Millionen Euro seit 2023 und lehnte öffentliche Hilfsangebote bereits ab.

Schon jetzt über 30.000 Unterschriften

Unterdessen wächst der Widerstand gegen die Schließung. Eine Online-Petition für den Erhalt von Tiefkühlgemüse ("Heute" berichtete) aus dem Marchfeld hat laut den vorliegenden Angaben bereits mehr als 35.000 Unterstützer gefunden. Unter dem Titel "Weiterhin Tiefkühlgemüse aus dem Marchfeld" wird die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert.

Für Agrana-Chef Büttner geht es um weit mehr als Arbeitsplätze. Ohne heimische Verarbeitung drohe auch der Gemüseanbau zu verschwinden. Ob sein Angebot die Rettung bringt, hängt nun von Bauern, Investoren und Politik ab.

VF, 15.10.2026, 14:49