Er regierte über 18 Jahre lang das Burgenland, will als überparteilicher Kandidat in die Hofburg einziehen und richtet nun klare Worte an seine Genossen. SPÖ-Legende Hans Niessl (75) rät den Roten zu einem mittigeren Kurs.
Dass Medienminister Andreas Babler (53) Gratis-Zeitungen von der neu geplanten Zustellförderung (22,5 Millionen Euro jährlich) ausschließen will, kann Niessl nicht nachvollziehen. Das wäre "ein Anschlag auf die Meinungsvielfalt in der Bevölkerung", sagt er. Mit "Heute" sprach der Präsident von Sport Austria unter anderem auch über:
"Wahlen gewinnt man in der Mitte. Eine Verengung auf Nischenthemen, die einer kleinen Blase wichtig sind, tut der SPÖ nicht gut."
"Der Rückhalt durch die Bevölkerung ist mir mehr wert als die Unterstützung der Babler-SPÖ." Umfragewerte "Schmerzvoll."
"Die SPÖ muss das Leben der Menschen besser machen, nicht das Leben einer Funktionärselite, die treu ergeben Mehrheiten auf Parteitagen organisiert."
"Klassenkampf bringt uns nicht weiter, die SPÖ muss wieder glaubhaft für die Interessen der Menschen kämpfen."
"Ich bin für eine breite und vielfältige Medienlandschaft. Förderungen müssen nachvollziehbar und gerecht vergeben werden. Gratis-Zeitungen von einer Förderung auszuschließen, lehne ich ab. Das ist ein Anschlag auf die Meinungsvielfalt in der Bevölkerung."
"Klar ist: Hauszustellung ist teuer, vor allem im ländlichen Raum. Aber auch größere Lieferungen an Entnahmestellen kosten Geld, dessen muss man sich bewusst sein. Ich wäre also für gestaffelte Förderbeträge anhand der tatsächlich angefallenen Vertriebskosten. Da wird die Haus-zu-Hauszustellung die Königsdisziplin sein, aber auch Gratismedien dürfen wir nicht ausbluten lassen, wenn sie journalistische Standards einhalten und Arbeitsplätze gewährleisten. Gerade als Sozialdemokratie wäre es absurd, Leserinnen und Leser von Gratismedien mit nicht so dicker Brieftasche zu bestrafen und sie vom demokratischen Diskurs auszuschließen."
"Kritik muss man nicht nur aushalten, man sollte sie zum Ansporn nehmen, bessere Politik im Sinne der Bevölkerung zu machen."
"Ich wäre für das Modell '8+2' gewesen."
"Eine bewusste Schwächung des Zivildienstes kommt für mich nicht in Frage. Die Blaulicht- und Freiwilligenorganisationen sind das Rückgrat dieses Landes. Wir können allen jungen Männern dankbar sein, die sich hier engagieren möchten."