Bald ist es ein volles Jahr. Im Jänner 2025 startete das neue Pfandsystem in Österreich. 25 Cent gibt es pro zurückgebrachter Einwegflaschen oder Dosen retour. Wie jede Umstellung, wurde auch bei dieser viel Staub aufgewirbelt.
Kritiker monierten etwa den Mehraufwand der Pfandrückgabe, an stark frequentierten Standorten kommt es (immer noch) auch mal zu längeren Wartezeiten. Inzwischen hat sich der meiste Staub aber wieder gelegt.
"Die Konsumentinnen und Konsumenten stehen hinter dem neuen System", zieht Monika Fiala, die Chefin von EWP Recycling Pfand Österreich, jetzt gegenüber der "Kleinen Zeitung" Bilanz. Ihr Unternehmen betreibt das neue Pfandsystem unter wachenden Argusaugen des Umweltministeriums.
"Wir sehen, dass bereits heute deutlich weniger Flaschen und Dosen in der Natur landen", sagt sie. Österreichweit wurden bis Ende September 888 Millionen Pfandgebinde retourniert.
Ein unscheinbarer (digitaler) Knopf an den Rückgabeautomaten sorgt bei den Handelsketten für eine positive Überraschung. Unerwartet viele Kunden entscheiden sich direkt für eine Spende ihres Pfandgelds.
"Es wurden bereits mehr als 230.000 Euro an die Stiftung 'Blühendes Österreich' gespendet", bestätigt Rewe-Sprecher Paul Pöttschacher. Bei Spar ist der Betrag sogar noch höher. Die Hilfsorganisation "Rettet das Kind" hat so schon eine knappe halbe Million Euro bekommen, so Spar-Sprecherin Nicole Berkmann zur "Kleinen".
Die Zukunft dürfte auch für die Kunden noch einige Überraschungen parat haben. So testet Billa bereits die Revolution der Pfandautomaten. In der Filiale am Wiener Praterstern ist ab sofort ein Gerät in Betrieb, in das Kunden ihr Einweg-Leergut nicht mehr einzeln, sondern gleich sackweise einwerfen können – ohne Sack wohlgemerkt.
Der Hightech-Automat verarbeitet bis zu 100 Flaschen und/oder Dosen pro Minute, in der Praxis ist die Füllmenge aber quasi grenzenlos, weil laufend nachgefüllt werden kann. "Heute" berichtete.